Ein Schotte war der Erste
Von Christoph Landolt, Claudia Imfeld, Simon Eppenberger. Aktualisiert am 28.05.2010 45 Kommentare
Er war der Erste: Robert McWhirter, Bankangestellter, wartete 12 Stunden. (Bild: Christoph Landolt)
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Die beiden 13- und 12-jährigen Teenager haben sich für den heutigen Tag extra frei genommen. Beide wollen sich einen iPad kaufen. «Ich habe in der Schule einen Jokertag eingelöst, das iPad kaufe ich aus meinem Taschengeld», sagt Sebastian Zurbriggen, der eigens für den Verkaufsstart von Bern nach Zürich gereist ist. Mit dem neusten Apple-Gadget wollen die beiden vor allem spielen und Texte schreiben. Sie waren aber nicht die ersten, die ein iPad in Händen hielten. Dafür waren sie zu spät aufgestanden.
12 Stunden gewartet
Robert McWirther stand am längsten an: seit gestern Donnerstag 19 Uhr. Auf die Frage, was er während des Wartens erlebt habe, holte der Schotte sein iPhone aus dem Hosensack und zeigte die Fotos, die er in den letzten zwölf Stunden gemacht hat. Da ist zu sehen, wie die Apple-Angestellten im Laden-Inneren die Regale für den heutigen Spezial-Verkaufstag aufstellen und alles vorbereiten. «Nach Mitternacht kam dann die iPad-Lieferung», erklärte McWhirter und dokumentiert das Gesagte mit einem entsprechenden Foto. Das iPad sei fantastisch, sagte er.
Unter dem Jubel der Apple-Mitarbeiter, die eigens angefertigte iPad-Shirts spendiert bekommen hatten, verliess McWirther den Laden und hielt seine Schachtel ins Blitzlicht der Photographen. Er sei «very excited», gehe trotz durchwachter Nacht nun aber nicht nach Hause, sondern direkt zur Arbeit, sagte der UBS-Informatiker.
Letzter statt erster Zug
Auch Dennis, Jonatan und Soung haben die Nacht statt im Bett vor dem Apple (AAPL 562.29 -0.54%) Store an der Bahnhofstrasse verbracht. Seit halb ein Uhr warteten sie vor den Türen. «Im Laden sagten sie uns gestern, sie rechneten mit einem riesigen Ansturm», sagt der 17-jährige Jonatan. «Da dachten wir, wir nehmen besser den letzten Zug von Dielsdorf nach Zürich statt den ersten heute Morgen - damit wir sicher ganz vorne in der Reihe stehen.»
Der 22-jährige Dennis will das iPad unbedingt, «weil man damit alles machen kann». Er hat heute Freitag noch ein Vorstellungsgespräch. Er wird, jetzt, wo er das iPad hat, nach Hause gehen und «vielleicht noch etwas schlafen».
Verkaufsrenner in den USA
Der Hersteller Apple setzt hohe Erwartungen in den neuen Computer: Er hofft auch in der Schweiz auf ein grosses Kundeninteresse. In den USA war das Gerät bereits Anfang April in den Verkauf gegangen. Apple setzte dort in vier Wochen eine Million iPads ab, am ersten Verkaufstag allein 300'000. Die Nachfrage war so gross, dass Apple wegen Lieferschwierigkeiten den Verkaufsstart ausserhalb der USA verschieben musste.
Neben der Schweiz bringt das US-Unternehmen nun heute das iPad auch in Australien, Frankreich, Grossbritannien, Japan, Italien, Kanada, Deutschland und Spanien in die Geschäfte. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.05.2010, 07:10 Uhr

