Blochers berühmter Stolperer ist zurück
Aktualisiert am 15.03.2010 10 Kommentare
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Es war eine Schrecksekunde, als Christoph Blocher nach einem Interview mit Tele-Züri-Moderator Markus Gilli urplötzlich aus dem Bild verschwand und vom Podest stürzte. Doch der SVP-Politiker stand sogleich wieder auf den Füssen – er hat sich glücklicherweise nicht verletzt. Das Video hat – Youtube sei Dank – so ziemlich jeder in diesem Land schon einmal gesehen. Jetzt ist das Filmchen vom Zürcher Sechseläuten 2005 wieder zurück auf der grossen Bühne.
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) verwendet die Bilder zusammen mit anderen Stolperszenen für eine neue Kampagne, welche vor solchen Unfällen warnen soll. Denn diese Malheurs verursachen in der Schweiz jährlich Versicherungskosten von rund 950 Millionen Franken. Ziel der Suva ist es, die Zahl der Stolperunfälle in den nächsten vier Jahren um fünf Prozent senken zu senken – das wären 12'000 Unfälle weniger.
«Ich geniere mich nicht deswegen»
Christoph Blocher hat seine Einwilligung für den Film gegeben. «Wenn diese Aufnahmen der Suva helfen, Stolperunfälle zu verhindern, dann soll sie das machen.», sagt er gegenüber TeleZüri. «Ich geniere mich nicht deswegen, ich habe einfach nicht aufgepasst.»
Bei der Suva freut man sich sehr über die prominente Unterstützung. Suva-Kampagnenleiter Raphael Ammann sagt: «Herr Blocher gibt dieser Kampagne ein Gesicht. Über das Thema Stolpern redet man ja nicht so gerne, ich finde es super, dass er da mitmacht.» (bru)
Erstellt: 15.03.2010, 22:17 Uhr
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10 Kommentare
In der Regel ist nicht derjenige an einem Fall vom Podest schuld, der stürzt, sondern der Podestbauer. Dieser hat dafür zu sorgen, dass das Podest gefahrlos benutzt werden kann. Das können Geländer oder andere bauliche Massnahmen sein oder auch "Aufpasser", also Helfer, die dafür sorgen, dass niemand einen unbedachten Schritt zurück macht. Die SUVA-Kampagne wird wohl hoffentlich darauf zielen. Antworten
Unfallbegriff: Das unbeabsichtigte plötzliche Einwirken eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper (....). Anstatt lustige Filmchen mit einem Vorgang zu zeigen, der per Definition kein Unfall ist, sollte sich doch die SUVA endlich um einen stimmigen Unfallbegriff bemühen. Hier hat kein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf Blocher eingewirkt. Eventuell aber ein interner! Antworten
Das ist schon eine spezielle Suvakampagne, es wird bestimmt sehr gut auf die Menschen wirken. Herr Blocher ist ja nicht nur von dieser Bühne gestolpert . Das ist doch sehr sinnbildlich gesprochen. Wir sind auch beruhigt, dass er sich dabei nicht verletzt hat. Antworten
Ich hoffe auf zahlreiche weitere ernste Filme zu Themen über die man nicht genug oft in ernstem Tonfall redet, wie "aus Versehen auf einer Banenenschale ausrutschen" und - ganz ein ernstes Problem - "Unerwarteterweise mit einer Sahnetorte kollidieren". Antworten

Hans-Christian Müller
@Cyrill Newton: Ich könnte Ihnen beipflichten, wenn Sie "plötzlich" und "ungewöhnlich" nicht unterschlagen hätten. Gerade diese sind nämlich wesentlich. Viele Diskussionen würden sich erübrigen, wenn sich die Rechtsgelehrten der SUVA zur Formulierung eines sinnvollen Unfallbegriffs entschliessen könnten. Das Stolpern über eine Wurzel auf dem Waldweg ist eben per Definition gemäss ATSG kein Unfall. Antworten