«Imam wusste nicht, was er sprach»

Nach über einem Monat in Haft ist der Interimspräsident der Moschee wieder auf freiem Fuss. Die Hetzpredigt des immer noch inhaftierten Imams bezeichnet er als «unpassend».

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Das bei einer Razzia verhaftete Vorstandsmitglied der Winterthurer An'Nur-Moschee konnte das Gefängnis verlassen. Der Mann wurde bereits am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Befragungen seien weitgehend abgeschlossen, weshalb der Haftgrund der Kollusionsgefahr wegfalle, teilte die Oberstaatsanwaltschaft mit.

In einem Interview mit dem «Blick» nahm der 35-jährige Ilir H. Stellung zu Fragen rund um die umstrittene Winterthurer Moschee.

In einem Freitagsgebet im Oktober soll der äthiopische – und immer noch inhaftierte – Prediger Shaik Abdurrahman in der von Ilir H. geleiteten Moschee zum Mord an jenen Muslimen aufgerufen haben, die sich weigern, an den Gebeten in der Moschee teilzunehmen. Ilir H. rechtfertigte sich damit, dass er als Leitender nur für das Administrative und Finanzielle zuständig sei und Inhalte der Predigten nicht in seiner Verantwortung lägen. Der Imam sei Äthiopier und könne kein Arabisch. Seine «unpassende Rede» habe er sich aus dem Internet heruntergeladen: «Er wusste nicht, was er sprach.»

Nicht noch mehr Interesse wecken

Auch von der Radikalisierung von Jugendlichen, die in den Jihad gezogen sind, habe Ilir H. nichts bemerkt. Es seien ruhige Kinder gewesen und man könne nie wissen, «warum jemand so wird.» Vielleicht hätten Videos auf Youtube die Jugendlichen zur Jihad-Reise bewogen, so Ilir H.

Auf die Frage, ob die Moschee nicht präventiv gegen solche Gefahren hätte vorgehen können, meinte er, das Gotteshaus halte sich aus politischen Diskussionen raus, um nicht noch mehr Interesse zu wecken.

Gemäss Oberstaatsanwaltschaft laufen die Verfahren trotz der Freilassungen von drei Personen aber gegen alle vier weiter. (nag)

Erstellt: 14.12.2016, 22:14 Uhr

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