«Rappaz hat Eigeninitiative gezeigt und Arbeitsplätze geschaffen.
Hungerstreik Hausarrest statt Intensivstation für den Hanfbauer, TA vom 22. 7.
Heuchlerische Kritik.
Die (rechts-)bürgerlichen Politiker bezeichnen den neuesten Entscheid als Skandal. Es wird sogar der Rücktritt von Esther Waeber-Kalbermatten gefordert. Was hat Bernard Rappaz denn eigentlich angestellt? Er hat Eigeninitiative gezeigt, privat investiert und sogar Arbeitsplätze geschaffen. Zugegeben, das Ganze war nicht ganz legal. Aber da war doch vor gar nicht langer Zeit ein gewisser Giusep Fry, der auf dem Uetliberg – auch nicht ganz legal – Eigeninitiative gezeigt, privat investiert und Arbeitsplätze geschaffen hat. Diesem Mann haben die gleichen politischen Kreise zugejubelt und seine Verstösse gegen Baurechtsvorschriften im Nachhinein quasi gutgeheissen. Und straffrei geht Herr Fry wegen der Verjährung auch noch aus.
Werner Oertle, Stallikon
Erpressbarer Staat.
Strafgefangene dürfen heim. Sie müssen nur in den Hungerstreik treten. An Zonenpläne muss man sich nicht halten. Sie werden bei Bedarf nachträglich angepasst, und dann ist alles legal. Abgewiesene Asylsuchende werden nicht ausgeschafft. Sie müssen sich nur entsprechend benehmen. Nein, unser Staat ist nicht erpressbar. Sicher nicht!
Csaba Perger, Zihlschlacht
Vorteilhafter Hanf-Anbau.
Es ist schon erstaunlich, wie die Justiz an einem Gesetz klebt, an das sich niemand so richtig halten will, eines, das vollkommener Unsinn ist. In der Schweiz sterben pro Jahr rund 3500?Personen am Alkohol und circa 8300 weil sie rauchen, ganz legal. Seit Menschengedenken ist aber weltweit noch nie jemand an Cannabis gestorben. Seit Jahrzehnten wird versucht, dem Hanf Negatives nachzuweisen. Bisher ohne Erfolg und ohne jeden wissenschaftlichen Beweis. THC ist harmlos, unser eigenes Gehirn arbeitet damit. Langzeitstudien würden fehlen, wird argumentiert. Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschen, ist das nicht lange genug? Hanf hat uns schon immer begleitet, es ist einer der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe überhaupt. CO2-neutral kann er uns die allermeisten Erdölprodukte ersetzen. Kunststoffe, Leim, Papier, Seile, Kleider, Öle, Lacke, Farben, Pharmazie, die Liste würde problemlos die ganze Zeitung füllen. Und, Hand aufs Herz, ihr Eltern von Jugendlichen, soll die Jugend das mit Düngemittel vergiftete Indoor-Gras rauchen oder eher das Outdoor-Biogras von Bernard Rappaz? Legal angebauter Hanf wäre billig, er könnte auch oral konsumiert werden, und das mischen mit dem gefährlichen Tabak wäre hinfällig. Es ist höchste Zeit, an unsere Nachfahren zu denken. Werden wir Pioniere, zeigen wir Mut!
Hans Fischbacher und Gaby Alvarez, Adliswil
Kämpferisch: Bernard Rappaz vor seinem Bauernhof in Saxon. Foto: Keystone
Erstellt: 23.07.2010, 19:25 Uhr
