Geschäftsprobleme hin oder her – er liebt den grossspurigen Auftritt
Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 31.08.2009
Partygastgeber: Baur au Lac Direktor Michel Rey.
Gerne mit weiblicher Begleitschaft im Schlepptau: Wolf Wagschal.
Der Financier der Five AG: Thomas (Tutti) Wolfensberger.
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Notizen zu Namen
Notizen zu Namen. Die wöchentliche Gesellschaftskolumne der Jahrespublikation «WW Who is Who in Zürich» entsteht in einer Medienpartnerschaft mit dem TA. Herausgeber ist Eugen Baumgartner.
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Der Five AG schwimmen die Felle davon. Die Gastro-Firma, die sich als Mega-Imperium in der Stadt Zürich positionieren wollte, schrumpft. Ein Restaurant nach dem anderen wird verkauft, und von den fünf Männern, welche die Five AG gründeten, sind nur noch zwei dabei. Thomas (Tutti) Wolfensberger, der Financier, und Wolf Wagschal, der Geschäftsführer. Der Multi-Unternehmer Thomas Sterchi (u.a. Millbrook Pictures) ist nicht mehr Partner, behielt aber die Rüsterei in Sihlcity, die der beste Betrieb der Five AG war und heute von Burkhard Zerlauth geführt wird. Ursin Mirer, dem die Giesserei in Oerlikon gehört, und Marco Garzetti traten ebenfalls aus der Five AG aus.
Die Finanzkrise verwandelte die Five AG in eine Two AG. Das Imperium ist geschrumpft auf das Seerestaurant Riva in Wollishofen und die Stapferstube, die sie als Ticino positionieren wollten, was aber nicht gelang, und die sie jetzt an Giovanni Rizzo verpachtet haben, der mit dem Falken in Küsnacht Bankrott machte. Der Veg in Sihlcity wird verkauft, die Rebe in Herrliberg gehört jetzt Giuseppe Mulieri, die tüchtige Steirerköchin Jutta Stegner ist nach USA entschwunden, Peter Jörimann ihr ehemaliger Lebensgefährte, mit dem sie die Rebe führte, wieder im Bündnerland. Das Bermuda Herrliberg, um das sich die Five AG bemühte, wurde vom Besitzerehepaar Esther und Jürg Bühler (getrennt) an Urs Strozzega, bekannt vom Strozzi’s, verpachtet. Das Lokal soll «Goldküste» heissen, es gibt einen Total-Umbau mit neuer Küche und neuem Restaurant.
Geschäftsprobleme hin oder her, Wolf Wagschal bleibt Optimist. Er liebt den grossspurigen Auftritt mit jungen Mädchen im Schlepptau, und grossspurig ist auch die Ankündigung der Party, zu der er nächsten Freitag im Rive Gauche, zusammen mit Baur au Lac Direktor Michel Rey und Rive Gauche-Geschäftsführer Christian Nebel lädt. Es soll «The Leading Party of the World» werden. Das Fest, so Wagschal, «wird ein Super-Event. 1600 Gäste haben sich angemeldet.» Trotz Eintrittspreisen von 200 Franken. Wünschen wir Wagschal, dass er mit Frauen und Event-Organisieren mehr Glück hat als mit Gastwirtschaften!
Auch sonst gibt es Neues in der Szene. Das Restaurant Idaburg im Kreis 3 wird ab Herbst von Daniel Pfyl geführt, einem in-Gastronomen, der sein Rüstzeug bei Thomas und Simon Krebs im Chez Fritz in Kilchberg holte, dann nach Berlin übersiedelte und wehmütig nach Zürich zurückkehrte. Super-Koch Matthias Hunziker (früher Giardino in Ascona und Walserhof in Klosters), zurzeit in der Idaburg, sucht einen neuen Wirkungskreis im Kreis 1 oder 8, da wo alle hinwollen.
Mike Gut, der Sohn von Bankier Rainer E. Gut, bekannt vom 08 15 an der Linth Eschergasse und an der Kreuzstrasse (früher Restaurant Nine), das Wagamamma hätte werden sollen und jetzt gar nicht eröffnet wird (das englische Nudel-Konzept funktioniert nicht in der Schweiz), plant eine 08 15 Party 2009 in Partnerschaft mit der Rüsterei.
Das Yehudi Menuhin Festival in Gstaad hat nichts von dem Glamour, für den der Nobelort berühmt ist, das Musikfestival hat eher etwas Bodenständiges. Keine eleganten Roben bei den Damen (manche sehen aus, als kämen sie direkt vom Golfplatz), und die Männer, die im Smoking anmarschieren, sind sicher vom Chor. Samstagabend war das erste Konzert im Festival Zelt (die bisherigen Konzerte fanden in Kirchen und Kapellen statt), sehr präsent waren die Sponsoren, die ihre Gäste mit Tickets und anschliessendem Essen verwöhnten. Die Privatbank HSBC und die Champagnerfirma Perrier-Jouët, unübersehbar im Pausenfoyer. Man war den Sponsoren dankbar, schlürfte glücklich ihren Champagner. Notte Italiana hiess das Programm, es bestand vor allem aus der Oper «I Pagliacci», Philippe Bach dirigierte. Er kommt aus der Gegend (geboren 1974 in Saanen), ist heute stellvertretender Generalmusikdirektor in Lübeck. Es gab etwas Lokalkolorit, so trat Noemi Nadelmann als Nedda in Landfrauentracht auf. Den Bajazzo sang Giuseppe Giacomini.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.08.2009, 10:43 Uhr

