Alte Männer, blutjunge Frauen

Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 16.11.2009

Das Phänomen ist so alt wie die Menschheit, aber in unseren Breitengraden war es noch nie so gesellschaftsfähig wie jetzt: die alten Männer und ihre Lolitas.

Sergio Mantegazza.

Sergio Mantegazza. (Bild: Keystone)

Ernst Tanner.

Ernst Tanner. (Bild: Keystone)

Tina Turner und Erwin Bach.

Tina Turner und Erwin Bach. (Bild: Keystone)

Moritz Leuenberger

Moritz Leuenberger (Bild: Keystone)

Alex Pereira und Daniela Weisser.

Alex Pereira und Daniela Weisser.

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Ältere Herren, junge Frauen – da die Empörung fehlt, breitet sich diese Mode aus wie die Schweinegrippe. An den hier beschriebenen Anlässen waren ein paar Beispiele zu beobachten. Zum Glück gibt es noch Menschen, die ihr Geld unter die Leute bringen und damit die Wirtschaft ankurbeln. Institutionen wie Horst Petermanns Kunststuben in Küsnacht sind Kulturgüter und können dank einiger Big-Spender auch die Finanzkrise u?berstehen. So wurde dort kürzlich der Geburtstag von Sergio Mantegazza, Unternehmer (Globus Travel Services) aus Lugano, gefeiert. Mantegazza, der nach «Forbes Magazine» zu den 350 Reichsten der Welt gehört, wurde 80, und deshalb war die hübsche Gefährtin sehr jung. «Wer hat, dem wird gegeben», steht in der Bibel, und so schnappte die Rechnung für das Geburtstags-Menü Ernst Tanner, der CEO von Lindt & Sprüngli.

Das letzte Mal hatte das Michael (Miki) Feichtinger bezahlt, der flamboyante österreichische Jurist und Finanzunternehmer aus Liechtenstein, der mit der 20 Jahre jüngeren Caroline Bär (aus der Julius-Bär-Bankierfamilie) verheiratet ist, und auch diesmal in der erlauchten Runde war. Die von Ernst Tanner übernommene Rechnung betrug 36'000 Franken. Für sechzehn Personen. Teurer Spass, aber eben, es gab viele weisse Trüffeln, und die haben ihren Preis. Die sonst für ihre Disziplin und gesunde Lebensweise berühmte Tina Turner spülte die Delikatesse aus dem Piemont mit viel Champagner und erlesenen Weinen hinunter. Am Schluss war sie froh, dass ihr wesentlich jüngerer Lebenspartner Erwin Bach (starke Frauen haben auch Lolitas!) sie sicher nach Hause brachte. Ein gelungenes Fest – im Sommer sieht man sich wieder auf Mantegazzas Jacht Lady Marina, die eine der grössten im Mittelmeer ist.

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Das Opernhaus ist die Hochburg der Zürcher Bürgerlichkeit. Interessant, dass als Sponsor für die 175-Jahr-Feier kein Zürcher Bürger herhalten musste, sondern ein gebürtiger Bulgare (der inzwischen auch Schweizer ist). Der Geschäftsmann Rumen Hranov, eine Zeitlang wegen der Swissfirst-Affäre in den Schlagzeilen, sprang mit 100'000 Franken ein. Im Parkett sassen die Zürcher Bürger. Es war eine Art Wunschkonzert mit Agnes Baltsa als Weltstar und Alexander Pereira als Conférencier. Für den Galapreis – 950 Franken für Konzert und anschliessendes Diner auf der Bühne – hätte man einen sternedekorierten Koch erwarten können, doch aufgetischt wurde aus dem hauseigenen Restaurant. Da schweigt des Sängers Höflichkeit! Der Erlös geht ins Opernstudio.

Pereira, ohne sein Girl vom Amazonas, hatte als Tischdame die Ballettfreundin Minouche Rappold und den Bundesrat Moritz Leuenberger. Der Platz gegenüber Leuenberger blieb leer. Der Sänger Matti Salminen lehnte das Angebot, auf diesem Ehrenplatz zu sitzen, dankbar ab. Musste fru?h gehen, weil er am nächsten Morgen nach Wien flog, wo er «Götterdämmerung» singt. Verwaltungsratspräsident Josef Estermann blieb den ganzen Abend wie angeklebt neben seiner Frau Magi. Und Hranov, der souveräne Zahlmeister, verzichtete aufs Diner, ging mit seiner jungen Frau Isabella heim, «zu den Kindern», wie er sagte. Er hat sechs (Patchwork), das jüngste ist sieben Monate. Hranov ist 63. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.11.2009, 11:22 Uhr