Andi Stutz und die Frauen mit Geld
Seit der ägyptische Immobilienkrösus und Andermatt-Urbanisator Samih Sawiris (Orascom) die Galerie Katz Contemporary betrat, brodelt die Gerüchteküche. Er hat sich dort in ein Bild verliebt, gekauft hat er es laut Galeristin Frédérique Hutter noch nicht; man ist in Verhandlung. Frédérique Hutter ist eine schöne, erotische Frau (die Ex von Galerist Nicola von Senger hat einen Hang zu charismatischen Männern); so verwundert es nicht, dass man sie und Sawiris gelegentlich gemeinsam an privaten Nachtessen sieht. Die Kunstszene klatscht.
Die Modeschöpferin Kazu Huggler lud zu einem «Private Viewing» ihrer neuen Kollektion in die Galerie Haus Bill in Zumikon. Ein erlesenes Event. Die Mode ist exquisit, kostbar, kleine Kunstwerke, zum Teil überspannt, nicht immer strassentauglich, man staunt. Kazu Huggler kommt mütterlicherseits aus einer vornehmen, japanischen Familie (ihr Vater ist der Zürcher Kaufmann Peter Huggler ), hat Mark Gisiger geheiratet, einen eleganten jungen Mann, der seine Gastrokarriere als Kellner in der Kronenhalle startete und heute ein exquisites CateringUnternehmen (Mark Company) hat und jetzt Mark Huggler heisst. Kazu, zutiefst betroffen von den Ereignissen in Japan, wollte ihre Verbundenheit mit dem Heimatland zum Ausdruck bringen: Im Rahmen einer stillen Auktion konnte man ausgewählte Stücke aus ihrer Sterlingsilber-Kollektion ersteigern. Angela Bill stellte der Auktion drei Originalzeichnungen von Max Bill zur Verfügung. Der Erlös ging an das Rote Kreuz zugunsten der Opfer in Japan. Claudia Steinfels von Sotheby’s führte die Auktion durch. Erlös: 35 000 Franken. Es war ein familiärer Anlass. Alle Generationen waren vertreten, Kleinkinder und Grossmütter, sogar ein Hund zottelte über den Laufsteg. Es waren fast nur Frauen da. Erich Schmid, der Autor und Filmemacher, den Angela Bill nach dem Tod ihres Mannes geheiratet hat, hielt als Mann die Stellung (sein jüngstes Buch «In Spanien gekämpft, in Russland gescheitert» handelt vom Spanienkämpfer Hermann Alt).
Octavio Arriscado, der auch mal Kellner in der Kronenhalle war, servierte auf der Terrasse Drinks und führte auch die Männermode vor; das nennt man Multitasking. Da die kostbaren Kazu-Kleider fast alle aus Fabric-Frontline Seide sind, war auch Andi Stutz da, der Zürcher Seidenkönig. Frauen mit Geld üben auf Andi Stutz eine magische Anziehungskraft aus, und so umschwirrte er Pirkko Ackermann, die Frau des Deutsche-Bank-Omnipotenten Joe Ackermann, sowie die Thurgauer Kunstsammlerin Ursula Hauser-Fust (Mitbesitzerin Galerie Hauser & Wirth).
Wenn es ums Geschäft geht, scheut IWC-Schaffhausen-CEO Georges Kern die Öffentlichkeit nicht, privat aber ist er diskret. So wurde nicht publik, dass es sich bei der Dolmetscherin Monika Kern, die in Roman Kilchspergers Millionenshow «Traders» die zweitbeste Leistung je schaffte (sie wusste einfach alles) und 100 000 Franken gewann, um Georges Kerns Ehefrau handelt. Kern stolz: «Sie hat das Geld für wohltätige Zwecke gespendet.»
Die Berufsintellektuelle Klara Obermüller war ja unglaublich stolz, dass Karl-Theodor zu Guttenberg auch bei ihr abgeschrieben hat. Da sie über ein gutes Netzwerk verfügt, schaffte sie es, in deutschen Talkshows als sogenanntes Plagiatsopfer einvernommen zu werden. Nun stand in der «Süddeutschen Zeitung», die zu den bedeutendsten deutschen Publikationen gehört, in einem ganzseitigen Artikel, dass man überhaupt nicht begreifen könne, dass von Guttenberg eine solche Banalität aus der «NZZ am Sonntag» habe abschreiben können. Autorin der Banalität: Obermüller.
Hildegard Schwaninger schreibt für den «Tages-Anzeiger», Tagesanzeiger.ch/Newsnetz und das Schweizer Finanzportal Finews.ch.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.03.2011, 11:54 Uhr

