WM 2010
Fünf Argumente, warum Holland Weltmeister wird
Von Florian A. Lehmann, Alexander Kühn. Aktualisiert am 09.07.2010
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Der letzte grosse holländische Triumph liegt 22 Jahre zurück. Damals bezwangen die Niederländer im EM-Final die Sowjetunion 2:0. Es ist nun an der Zeit, dass im fussballverrückten Land mit rund 16,5 Millionern Einwohnern am späten Sonntagabend wieder Partystimmung herrscht. Nachstehend fünf Gründe, warum der orange Teil dieser Erde am 11. Juli in Jubel ausbrechen wird.
1. Aller guten Dinge sind drei
1974 und 1978 zogen die Holländer im Final gegen die WM-Gastgeber Deutschland und Argentinien den Kürzeren – beim dritten Mal soll es nun klappen. So lautet das Gesetz der Serie, das auch im Sport seine Gültigkeit hat. Und: Oranje trifft im Endspiel nicht auf den WM-Gastgeber; ein gutes Omen, obwohl mit Europameister Spanien zweifellos ein überaus hartnäckiger Widersacher wartet.
2. Die Kunstschützen der Holländer
Giovanni van Bronckhorsts herrliches Weitschusstor zum 1:0 gegen Uruguay hat bewiesen, über welche Kunstschützen die Holländer verfügen. Die Schusskraft der Elftal ist ein grosser Vorteil für das Team von Bondscoach Bert van Marwijk.
3. Die Lockerheit und der neue Teamgeist
Oft waren Hollands Fussballer die Favoriten, oft spielten sie schön und gut und scheiterten schliesslich im K.-o-Wettbewerb dennoch – meistens, weil sich die Spieler mit den wunderschönen orangen Trikots selbst im Wege standen. Das ist nun passé: Die Mannschaft macht auf dem grünen Rasen einen gefestigten, homogenen Eindruck, ein aufmüpfiger Van Persie wurde schnellstens wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Trotz der Anspannung vor dem grossen Showdown machen die Holländer einen lockeren und gelösten Eindruck, was nicht heissen muss, dass sie im Final nicht konzentriert ans Werk gehen werden.
4. Die offensive Power
Gewiss: Punkto Defensive scheinen die Spanier personelle Vorteile zu haben. Dieses Handicap machen die Holländer mit einer überaus starken Offensive aber wett. Wesley Sneijder, Arjen Robben, Dirk Kuyt und Robin van Persie sind überaus torgefährlich oder haben den Blick für den entscheidenden, intelligenten Pass. Und im Mittelfeld geben die Raubeine Van Brockhorst und Mark van Bommel der offensiven Fraktion Rückendeckung.
5. Der unterschätzte Trainer
Mit viel Skepsis wurde Van Marwijk in seiner Heimat als Nationalcoach empfangen – mittlerweile zweifelt im Land der Grachten und Velowege niemand mehr an den Qualitäten des Mannes von den Go Ahead Eagles Deventer. Der Bondscoach hat den Spielern klar gemacht, dass Selbstüberschätzung schädlich sein kann, dass die Basis für den Erfolg im Kollektiv liegt. Die Elftal spielt einen realistischen Fussball, ohne zu vergessen, dass es auch Tore braucht, um ein Spiel zu gewinnen. Diese Symbiose zwischen defensiven Pflichten und offensiver Ausrichtung beherrscht(e) in Südafrika kein Team so gut wie das aus Holland. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.07.2010, 16:43 Uhr




