Wie die USA Verbrechen voraussagen wollen
Aktualisiert am 12.10.2011 31 Kommentare
Verbrechen vereiteln bevor sie zustande kommen: Tom Cruise im Film «Minority Report».
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Für gewöhnlich wird gerne George Orwell bemüht, nähern sich technische Errungenschaften aus der Welt der Bespitzelung auch nur entfernt der düsteren Fiktion des Überwachungsstaates im Roman «1984». Das neuste Forschungsprojekt des US-Department of Homeland Security (Heimatschutzministerium) sollte aber eher als spielbergsch denn als orwellsch bezeichnet werden.
Laut öffentlich gemachten Dokumenten der Behörde arbeitet man beim US-Heimatschutz nämlich an einem pre-crime-Programm welches stark an Steven Spielbergs Film «Minority Report» erinnert. In diesem sagen menschliche Medien Verbrechen voraus, worauf die zukünftigen Täter verhaftet werden, bevor sie je die Chance hatten, überhaupt an eine Ausführung des Vergehens zu denken. Das Department for Homeland Security (DHS) will ein ähnliches System der Verbrechens-Vorhersage entwickeln. Nur soll dieses Programm laut dem Computer-Magazin «DailyTech» über die Analyse einer Reihe von festgelegten Merkmalen funktionieren.
Geschlecht, Herzschlag, Körpertemperatur
Die sogenannte Future Attribute Screening Technology (FAST) soll einen Menschen auf Faktoren wie Geschlecht, Alter, Volkszugehörigkeit sowie auf Bewegungen, Herzschlag, Veränderungen der Körpertemperatur und Stimmlage untersuchen. Anhand der gewonnenen Parameter soll das Programm daraufhin eruieren, ob die betreffende Person in naher Zukunft möglicherweise ein Verbrechen begehen wird. Das System könnte an Flughäfen oder bei Grossveranstaltungen zum Einsatz kommen, wo es mit Hilfe von Video- und Audioaufnahmen zu den notwendigen Daten gelangt.
Wie der «Spiegel» berichtet, wurde die Existenz von FAST öffentlich, nachdem das Electronic Privacy Information Center (Epic) beim Heimatschutzministerium eine Anfrage im Rahmen des Freedom of Information Act stellte. Dieser garantiert jedem US-Bürger den Zugang zu Behördendokumenten.
Erste Versuchsreihe gestartet
Peter Boogaard, stellvertretender Pressesprecher des Department of Homeland Security bestätigte die Arbeiten am Programm. «Unsere Wissenschafts- und Technologie-Abteilung hat erste Versuche durchgeführt.» Beim Projekt gehe es tatsächlich darum herauszufinden, ob über das Beobachten des Verhaltens einer Peron auf Stress-Muster geschlossen werden könne, welche möglicherweise mit einer bevorstehenden Straftat stünden. Doch, so Bootgaard, das Projekt stehe erst in den Kinderschuhen und vorerst bestünden keine Absichten, dass es in naher Zukunft eingesetzt werde.
Wie der Manager von FAST, Robert Middleton Jr. gegenüber «DailyTech» sagte, dienten in einer ersten Versuchsreihe Mitarbeiter des DHS als Versuchskaninchen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll ein weiterer Versuch mit öffentlichen Probanden stattfinden. Diese sollen als neutrale Teilnehmer oder aber mit einem fiktiven kriminellen Auftrag im Hinterkopf während eines inszenierten VIP-Anlasses überwacht werden.
Neben den üblichen Kritiken an der Verletzung des Persönlichkeitsrechts äussern Skeptiker von FALS auch Zweifel an der Genauigkeit, welche ein solches System überhaupt erlangen kann. Schliesslich würden Situationen wie der Sicherheits-Check am Flughafen bei vielen Leuten bereits Stresssymptome auslösen. (kpn)
Erstellt: 11.10.2011, 21:30 Uhr
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31 Kommentare
Ich muss zugeben, die Idee einer Verbrechens-Vorhersage ist bestechend. Besonders in einem Land, das die Todesstrafe praktiziert. So kann man misliebige Demonstranten, Bürgerrechtler, Whistleblower und andere unerwünschte Individuen schon vorbeugend zu Tode spritzen oder lebenslänglich einkerkern. Antworten
Screening auf Volkszugeheorigkeit?Ein Element der Rassenlehre?Was die in Europa gebracht hat, wissen wir alle.Sowas darf nie eingefuehrt werden.Der Staat,der das trotzdem tut,sollte geaechtet und boykottiert werden.Auch die anderen Merkmale sind eine Unverschaemtheit:Alter,Geschlecht.Es gibt Gesetze,dass nach diesen Eigenschaften niemand diskriminiert werden darf. Antworten
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