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Kühlwind gegen die Gletscherschmelze
Aktualisiert am 05.12.2008 4 Kommentare
Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität Mainz, die heute publiziert wurde. Die Forscher konnten demnach belegen, dass die Temperatur über einem Gletscher spürbar sinkt, wenn die talwärts fliessenden, kalten Fallwinde auf dem Gletscher gebremst und aufgehalten werden.
Experiment auf dem Rhone-Gletscher
Ein Forscherteam um den Mainzer Geographen Hans-Joachim Fuchs hatte im vergangenen August einen 15 Meter langen und drei Meter hohen Windfang auf dem Rhone-Gletscher errichtet. Anschliessend massen die Wissenschaftler sechs Tage und Nächte lang die Temperatur auf dem Gletscher – sowohl vor dem Windfang als auch in einigem Abstand dazu. Er war dort auf der Gletscherzunge errichtet worden, wo das Eis gewöhnlich am schnellsten abschmilzt.
Laut den Wissenschaftlern konnten die typischen Fallwinde über dem Gletscher auf diese Weise gebremst und ein «Polster» aus kalter Luft erzeugt werden. «Wir haben mit unserem Test-Windfang auf dem Rhone-Gletscher eine eindeutige Abkühlung der oberflächennahen Lufttemperatur erreicht, die bis zu drei Grad Celsius betragen hat», sagte Fuchs. Auch habe das Aufweichen des Eises tagsüber verhindert werden können. Um die Ergebnisse der Studie zu bestätigen, sei nun ein Grossversuch notwendig.
Einfluss von Gletschern unterschätzt
Der 600 Meter breite Rhone-Gletscher hat nach Angaben der Mainzer Wissenschaftler seit 1850 rund die Hälfte seines Volumens eingebüsst. Sollte der Klimawandel anhalten, werde er bis 2080 voraussichtlich ganz verschwunden sein. Fuchs sagte, die Bedeutung der Gletscher für weite Landstriche in Europa werde immer noch unterschätzt. Die Alpengletscher seien nicht nur ein wichtiges Trinkwasserreservoir, sondern auch Schutz vor extremen Hochwasserereignissen. (raa/ap)
Erstellt: 05.12.2008, 18:17 Uhr
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4 KOMMENTARE
Danke Herr Arbogast! Sie bringen das auf dem Punkt! Im Gletschergarten in Luzern wird das sehr gut gezeigt.
Die Lösung der Uni Mainz scheint bahnbrechend zu sein und sollte sofort angewandt werden imgrossen Stil bei den Alpengletschern. Es müsste aber auch nachgedacht werden wie die Klimaerwärmung gestoppt werden kann.
Ja die Arroganz kann ich unterstreichen. Doch nur auf die normalen Abläufe der Natur zu verweisen ist zu einfach. Ich denke wir sollten nicht Symptome bekämpfen, sondern bei den Ursachen beginnen. Wie viel erneuerbare Energien verwenden wir? Hätten wir ev. dort noch potential CO2 einzusparen, welche die Erderwärmung verlangsamen könnte?
Der Mensch und sein Machbarkeitswahn! Begreift endlich, dass der Kontinent Europa in seiner jüngeren Geschichte mehrmals von Eis bedeckt war, und mehrmals tropisches Klima herrschte. Statt mit der (Erd-)Zeit zu gehen, versuchen wir zu konservieren, was nicht bewahrt werden kann. Unsere Nachfahren in 100'000 Jahren werden müde lächeln über unsere Arroganz, den Planeten beeinflussen zu wollen.
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