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19'000 Soldaten, 24 Schiffe – und ein Katamaran

Aktualisiert am 17.02.2012

Premiere vor North Carolina: Beim Manöver «Bold Alligator» trainierten die US-Marine und ihre Verbündeten eine aufwendige Landung – und den Umgang mit einem neuartigen Truppentransporter.

1/8 Ankunft am Strand: Der L-CAT (Landing Catamaran) im Einsatz...
Bild: AFP

   

(Quelle: Youtube)

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Das Manöver «Bold Alligator»

An der militärischen Simulation einer Landung auf feindlichem Küstengebiet nahmen insgesamt rund 19'000 Soldaten teil. Neben amerikanischem Militär waren Soldaten aus Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und weiteren Nationen im Einsatz. Unter den 24 eingesetzten Kriegsschiffen war auch der Flugzeugträger USS Enterprise und die USS Kearsage. Als Grund für das kostspielige Manöver gilt unter anderem die Tatsache, dass die USA solche Einsätze in den jüngsten Kriegen im Irak und in Afghanistan nicht durchführen mussten.

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Die Szenen, die sich vor wenigen Tagen an der Küste des amerikanischen Bundesstaats North Carolina abspielten, hätten vielen Weltkriegsveteranen einen Angstschauer über den Rücken gejagt. Ähnlich wie auf den Bildern vom D-Day des Zweiten Weltkriegs, als die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie die Landung begannen, näherten sich die Truppen durch die Brandung der Küste – freilich nicht in klobigen Stahlgefährten wie seinerzeit, sondern in Hovercrafts und modernen Marineschiffen.

Zum ersten Mal war auch ein Zwei-Rumpf-Schiff dabei: der Katamaran L-CAT, den die französische Marine in den vergangenen Jahren unter dem Kürzel EDA-R (siehe Video) zur Einsatzreife gebracht hat, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Bei voller Beladung mit rund 80 Tonnen fährt er nach Angaben der Webseite www.defense-aerospace.com bis zu 18 Knoten, rund 33 Kilometer pro Stunde. Unbeladen kann er 46 km/h erreichen – doppelt so schnell wie Landungsboote, die Frankreich bislang im Einsatz hat.

Ladefläche wahlweise unten oder oben

Das Design des 30 Meter langen Prototypen aus zwei Aluminiumhüllen, der unter Federführung des Herstellers CNIM in La Seyne sur Mer in Südfrankreich gebaut wurde, basiert auf der simplen Idee, einen Katamaran mit einer Ladefläche auszurüsten, die, ähnlich einem Lift, auf- und abgefahren werden kann. Diese Prozedur soll innerhalb kurzer Zeit durchführbar sein.

Im Einsatz auf offener See kann das Gefährt also mit voller Geschwindigkeit eingesetzt werden. Und als Landungsschiff mit heruntergelassener Plattform ist es noch immer schneller als «klassische» Landungsboote – abgesehen von modernen Luftkissenbooten der amerikanischen Marine, die allerdings weniger Zuladung erlauben und bei Wartung und Treibstoffverbrauch anspruchsvoller sind.

Einsätze künftig auch im zivilen Bereich?

Die französischen Streitkräfte hatten 2009 bislang vier dieser Schiffe bestellt, wie Defense-aerospace.com weiter berichtet. Drei sollen noch im laufenden Jahr geliefert werden – mit einer Option auf die Lieferung von vier weiteren Katamaranen, die sich nicht nur von der Basis eines grösseren Kriegsschiffs einsetzen lassen, sondern auch eigenständig.

Die Erfindung des französischen Herstellers soll freilich nicht auf den militärischen Bereich beschränkt bleiben. Derzeit arbeitet das Hightech-Unternehmen an mehreren Varianten in unterschiedlichen Grössen. Denkbar wären auch humanitäre Einsätze, so hoffen die Entwickler – zum Beispiel bei Evakuierungen nach Naturkatastrophen oder für wichtige Transporte in Küstengegenden, wo kein grosser Hafen ist. (raa)

Erstellt: 09.02.2012, 13:16 Uhr

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