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1000 km/h schneller Superzug: Chinesen kopieren die Swissmetro

Aktualisiert am 06.08.2010 14 Kommentare

Forscher arbeiten in China an einer Magnetschwebebahn. Der Clou: Ein Vakuumtunnel macht sie 1000 km/h schnell. In zehn Jahren soll der erste Zug fahren. Ein Schweizer Experte ist skeptisch.

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Swissmetro

Swissmetro
Wie die Swissmetro gemäss ihren Planern aussehen könnte.

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Forscher der chinesischen Southwest Jiaotong University tüfteln an einer Magnetschwebebahn, die Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h erreicht. Ein kleineres Modell, das bis 1000 km/h schafft, soll in zwei Jahren folgen. Das Ziel scheint hochgesteckt, zumal die chinesischen Tunnel mit reduziertem Luftdruck arbeiten sollen. Den bisherigen Rekord hält ein japanisches Testgefährt mit 581 km/h – allerdings unter hohem Energieeinsatz.

Energieverbrauch als Knackpunkt

Ob die Chinesen die angestrebten Geschwindigkeiten mit einem vernünftigen Energieaufwand erreichen können, bleibt offen. Selbst wenn dies gelingt, ist die Umsetzung des Konzepts laut Alfred Rufer, Professor an der School of Engineering der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, unsicher. «Der Schritt von der theoretischen Machbarkeit zur tatsächlichen Realisierung eines solchen Projektes ist gross», sagt er der Agentur «Pressetext». Dem könnten sowohl technische als auch wirtschaftliche Überlegungen entgegenstehen.

Rufer weiss, wovon er spricht, er verwaltet an der EPFL die Unterlagen zum Projekt Swissmetro. Die unterirdische Vakuum-Magnetschwebebahn soll die 100 Kilometer lange Strecke Zürich-Bern in zwölf Minuten schaffen. Ob sie je Realität wird, ist allerdings fraglich. Die Umsetzung wurde seit 1992 von der Swissmetro AG vorangetrieben. Diese hat aber Ende 2009 wegen politischer und wirtschaftlicher Probleme das Handtuch geworfen.

In zwei Stunden von Peking nach New York

Dank der Vakuumtunnel können Projekte wie die Swissmetro schneller fahren als herkömmliche Magnetschwebebahnen. Wie es um deren Wirtschaftlichkeit steht, wird sich weisen. Mit dem Transrapid ist das deutsche Vorzeigeprojekt nicht zuletzt an den exorbitant hohen Kosten gescheitert.

Das hält Visionäre nicht von imposanten Zukunftskonzepten ab. Das chinesische Team steht in Verbindung mit Daryl Oster. Der Amerikaner ist schon einen Schritt weiter. Er hat 2002 ein Patent auf das Konzept des «Evacuated Tube Transport» (ETT) erhalten und preist das ETT als Individualverkehrskonzept der Zukunft an. In einem Röhren-Netz sollen Kapseln für bis zu sechs Personen verkehren. Selbst von interkontinentalen Fahrten mit 6500 km/h ist die Rede. Konkret: Von New York nach Peking in zwei Stunden. (pbe)

Erstellt: 06.08.2010, 17:15 Uhr

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14 Kommentare

Giuliano Rosio

07.08.2010, 09:19 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Ist es nicht total sinnlos, so einen Aufwand zu betreiben, um in 12 Minuten nach Bern zu kommen, wenn ich bis zum Bahnhof eine halbe Stunde brauche, und dann vom Bahnhof zum Ziel nochmals eine halbe Stunde? Eine herkömmliche Fahrweise ohne Magnete ist immens billiger, sofort zugänglich, und weniger gefährlich. Und wenn sie dann eine halbe Stunde dauert, ist das für alle mehr als akzeptabel!! Antworten


Peter Salto

07.08.2010, 09:05 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Während die Chinesen dank konsequenter, weitsichtiger Führung solche Projekt umsetzen, kommen wir Superdemokraten nie über Planspielchen hinaus. Wir sind Eunuchen, wir wissen wie's geht, können's aber nicht. Antworten



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