Rosetta ist planmässig abgestürzt

Raumsonde «Rosetta» ist am Mittag planmässig auf dem Kometen Tschuri niedergegangen. Damit endet die über zehnjährige Mission.

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Die Raumsonde Rosetta ist am frühen Freitagnachmittag auf den Kometen Tschuri abgestürzt. Im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt sind wie erwartet um 13.20 Uhr die letzten Signale eingetroffen, wie an der Live-Übertragung an der Universität Bern zu sehen war.

Wie in Darmstadt wurde auch in Bern das letzte Lebenszeichen der Raumsonde mit Applaus gewürdigt. Forscher und Gäste am Physikalischen Institut feierten den Abschluss der «verrücktesten» Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit einem Rosetta-Finale.

Die Universität Bern hatte das Messgerät Rosina an die Mission beigesteuert. Rosina-Projektleiterin und Astrophysikerin Kathrin Altwegg verfolgte die letzte Stunde Rosettas im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt und war zuvor per Skype-Schaltung mit den Forscherkollegen in Bern verbunden. Der Aufprall sei ein «melancholischer Moment», doch gleichzeitig auch ein «grandioses Ende», sagte Altwegg zum im Hörsaal versammelten Publikum.

Die Raumsonde war bereits im März 2004 ins All gestartet, um den Kometen 67P/Tschurjomov-Gerasimenko - kurz «Tschuri» - zu erforschen. Ihr Ziel erreichte Rosetta zehn Jahre später und umkreiste nun während der letzten zwei Jahren den Himmelskörper, der die Form einer Gummiente hat.

«Nächster Halt #67P!», schrieb die Agentur im Kurznachrichtendienst Twitter. Demnach begann die Mission planmässig. Die Raumsonde soll am Freitag gegen Mittag kontrolliert auf dem Kometen aufprallen, der kurz Tschuri genannt wird.

Damit endet die Mission der Sonde nach gut zwölfjähriger Reise über fast sieben Milliarden Kilometer. Seit gut zwei Jahren umkreist Rosetta den Kometen Tschuri.

Gemischte Gefühle zum Ende der Mission

«Wir sind alle sehr aufgeregt», sagte der beteiligte Forscher Matt Taylor der Nachrichtenagentur AFP im Kontrollzentrum in Darmstadt. Die Crew betrachte das Ende der Mission aber mit gemischten Gefühlen. Die Kometenmission Rosetta gilt als eine der spektakulärsten und erfolgreichsten Raumfahrtunternehmungen der ESA.

Rosetta war mit der Tochtersonde Philae im Gepäck 2004 gestartet und nach über zehnjähriger Reise an ihrem Zielkometen angekommen. Das Minilabor Philae landete am 12. November 2014 weich auf Tschuri – als erstes von Menschen geschaffenes Gerät.

Forscher fiebern dem Aufprall Rosettas entgegen

Auch an der Universität Bern fiebern Forscher und Gäste dem unmittelbar bevorstehenden Aufprall der Raumsonde Rosetta auf dem Kometen Tschuri entgegen. Der Einschlag wird für 12.40 Uhr und das letzte Signal um 13.20 Uhr erwartet.

Seit dem letzten Manöver am Donnerstagabend um 22.50 Uhr befindet sich Rosetta für die letzten 14 Stunden ihrer Mission «im freien Fall» wie Nicolas Thomas, Direktor des Physikalischen Institutes der Universität Bern erklärte.

An der Uni Bern verfolgte ein ganzer Hörsaal Rosettas Absturz live.

Am Ende prallt Rosetta aber relativ sanft auf, mit einer Geschwindigkeit von 90 Zentimetern pro Sekunde, was dem Tempo von Schritten entspricht. Vom Aufprall selber wird es keine Bilder geben. Die letzte Aufnahme der Sonde erwarten die Forscher aus einer Höhe von 100 Metern.

Das von der Uni Bern entwickelte Messgerät Rosina wird jedoch bis am Schluss funktionieren, wie Thomas betonte. Rosina-Projektleiterin Kathrin Altwegg verfolgt den Abschluss der Mission im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt.

Die Raumsonde war bereits im März 2004 ins All gestartet, um den Kometen 67P/Tschurjomov-Gerasimenko - kurz «Tschuri» - zu erforschen. Ihr Ziel erreichte Rosetta zehn Jahre später und umkreiste nun während der letzten zwei Jahren den Himmelskörper, der die Form einer Gummiente hat. (tag/sda)

Erstellt: 30.09.2016, 13:55 Uhr

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