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Schweizer Brutvogel steht kurz vor dem Aussterben

In nur 20 Jahren ist der Ortolan zum seltensten Brutvogel der Schweiz geworden. Nun startet im Wallis ein ambitioniertes Projekt zu seiner Rettung.

Stark bedroht: Ortolan.

Stark bedroht: Ortolan. (Bild: Keystone)

Die Schweizerische Vogelwarte Sempach will dem Ortolan nun eine letzte Chance geben und hat in Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis an den südexponierten Felsensteppen von Leuk ein ambitiöses Projekt zum Schutz dieser Vogelart lanciert, wie sie am Mittwoch mitteilte.

2009 wurden nur noch sieben singende Ortolane gefunden - alle im Wallis, davon fünf in der Leuker Felsensteppe. Wie andernorts in Mitteleuropa haben die Bestände auch hierzulande stark abgenommen; die Art steht in der Schweiz am Rande des Aussterbens. Zwischen 1993 und 1996 konnten in der Schweiz noch rund 200 singende Ortolanmännchen alljährlich gezählt werden.

Stark verbuschte und bewaldete Zonen

Die Brutvogelart bevorzugt trockene Pionierstandorte, welche reich an Samen- und Insektennahrung sind. Um den Ortolan zu retten, sind laut der Vogelwarte Sempach verschiedene Förderungsmassnahmen notwendig. So sollen in der Rhoneebene in Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten zum Beispiel Haferfelder als wertvolle Nahrungsquelle für den Ortolan angelegt werden, stark verbuschte und bewaldete Zonen ausgelichtet werden und die Felsensteppe mit Walliser Schwarzhalsziegen beweidet werden.

Die Förderungsmassnahmen wurden von den Gemeinden, dem Kanton Wallis und dem Bund bewilligt. Sie gelten als konkreter Beitrag zum laufenden Jahr der Biodiversität. Neben dem Ortolan profitiere eine ganze Lebensgemeinschaft von den Förderungsmassnahmen, insbesondere die seltenen und typischen Arten der offenen und trockenen Steppen des Naturparks Pfyn-Finges; darunter seltene Orchideenarten, lokal verbreitete Tagfalter und die farbenprächtige Smaragfeidechse. Dieses Projekt erstreckt sich über drei Jahre und kostet voraussichtlich rund 250.000 Franken. Rund die Hälfte davon wird von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach getragen, ein Fünftel vom Kanton Wallis und der Rest von verschiedenen Sponsoren. (sam/ddp/)

Erstellt: 17.03.2010, 16:34 Uhr

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