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Schneeglöckchen sind nicht so zart, wie sie aussehen

Von Juliane Lutz. Aktualisiert am 07.02.2012

Einige lugten schon im Januar aufgrund der milden Temperaturen aus der Erde hervor und erfreuten uns. Doch keine Angst, der aktuelle Kälteeinbruch mit seinen Schneemassen macht Schneeglöckchen nicht den Garaus.

Schneeglöckchen: Nicht ganz so zart, wie sie aussehen.

Schneeglöckchen: Nicht ganz so zart, wie sie aussehen.
Bild: zvg

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Diese zarten Pflänzchen, die in ihrer Einfachheit so aussehen, als wären sie von einem Kind entworfen worden, sind robust. Sie produzieren eine Vielzahl von Stoffen, die das Wasser in ihren Zellen erst bei Temperaturen weit unter null gefrieren lässt. Ihr botanischer Name lautet Galanthus, eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern Gala (Milch) und Anthos (Blume). Schneeglöckchen stammen aus Südwesteuropa und dem Kaukasus. Es gibt 23 Arten und viele Sorten. Am verbreitetsten ist Galanthus nivalis, die in ganz Süd- und Mitteleuropa blüht. Diese Art finden Sie im Handel am häufigsten, und an manchen Orten wird auch Galanthus elwesii, das türkische Schneeglöckchen, angeboten. Alle Sorten lieben Halbschatten, feuchte, humusreiche, lehmige Böden sowie die Nähe von Obstbäumen, Weiden und Haselsträuchern.

Allen wahren Schneeglöckchen-Fans sei ein Kurztrip in britische Colesbourne empfohlen. Dort blühen jedes Frühjahr Abertausende und verwandeln die Böden in schneeweisse Teppiche.

Falls in Ihrem Garten diese Vorboten des Frühlings noch fehlen und Sie planen, im Herbst Zwiebeln zu setzen, kaufen sie diese, sobald sie im Handel erhältlich sind. Der Grund: Die Zwiebeln trocknen rasch aus, und die Folge könnte sein, dass Sie im nächsten Frühjahr umsonst auf Schneeglöckchen warten. Oder kaufen Sie die Pflanzen in Töpfen und setzen Sie sie danach in den Garten. Das ist jedoch die teurere Alternative.

Giftige Frühblüter

Wussten Sie, dass das bescheidene Schneeglöckchen zu den Amaryllisgewächsen gehört? Von deren Vertretern, etwa dem Ritterstern, sind wir meist einen prächtigen und höchst farbenfrohen Auftritt gewohnt.

Schneeglöckchen sind giftig und schützen sich so vor Fressfeinden. Doch seit etwa zwölf Jahren wird das in ihnen enthaltene Galantamin in der Demenzforschung eingesetzt. Es verhindert im Gehirn den Mangel an bestimmte Botenstoffen, die nötig sind, damit das Gedächtnis funktioniert.

Um Schneeglöckchen ranken sich viele Legenden. Folgende scheint mir besonders gut zu diesem liebenswürdigen Frühblüher zu passen: Als Gott den Schnee erschuf, gab er ihm keine Farbe. Unglücklich damit, wanderte er von Blume zu Blume und bat sie, ihm etwas Farbe abzugeben. Doch alle weigerten sich, bis auf das Schneeglöckchen. Seitdem soll der Schnee weiss sein, und das Schneeglöckchen ist die einzige Blume, der er nichts anhaben kann. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.02.2012, 14:57 Uhr

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