Klimawandel wirkt sich dramatischer aus als angenommen
Extreme Wetterereignisse wie Dürreperioden, Hitzewellen und tropische Wirbelstürme träten heute häufiger und mit grösseren Folgeschäden auf: Bauer in China. (Bild: Keystone)
Ökosysteme wie Korallenriffe oder Regenwälder reagierten empfindlicher auf die Erwärmung als vermutet.
Die aktuellen Werte seien besorgniserregend, schreibt das Team um Stephen Schneider von der US-amerikanischen Stanford Universität im Fachmagazin «PNAS». Es zeige sich, dass Ökosysteme wie etwa tropische Korallenriffe empfindlicher auf die globale Erwärmung und den Anstieg der Kohlendioxidwerte reagieren als bisher angenommen.
Versteppung des Amazonas-Regenwaldes
Die Klimaforscher beobachteten zum Beispiel eine dramatische Versteppung des Amazonas-Regenwaldes, dessen Rodung dem Boden auf ewig Mineralstoffe entziehe. Ein neuer Regenwald könne dort nicht mehr wachsen. Ausserdem könnten die Eisschichten in Grönland viel rascher schmelzen als erwartet.
Auch extreme Wetterereignisse wie Dürreperioden, Hitzewellen und tropische Wirbelstürme träten heute häufiger und mit grösseren Folgeschäden auf, als noch zu Beginn des Jahrzehnts vermutet worden war. Für weite Landstriche der Erde erwarten die Forscher extreme Temperaturen, in Indien und Australien bis zu fünfzig Grad Celsius.
Unumkehrbar geschädigt
Das Autorenteam hatte den Ausstoss von Treibhausgasen und den globalen Temperaturanstieg der vergangenen Jahre beobachtet. Die Werte lägen im oberen Bereich früherer Prognosen des Weltklimarats IPCC, heisst es in der Studie. Die Forscher beziehen sich in ihrer Studie auf den dritten Bericht des IPCC aus dem Jahr 2001.
Die Regierungen müssten auf den Wandel mit nachhaltigeren Klimaschutzprogrammen reagieren, fordern die Forscher. Ansonsten werde die Natur unumkehrbar geschädigt. (sam/sda)
Erstellt: 23.02.2009, 16:25 Uhr
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