Klimawandel wird 375 Millionen in Gefahr bringen

Extreme Trockenheit, Unwetter und Ăśberschwemmungen: Der Klimawandel bedroht laut einer neuen Studie in den kommenden sechs Jahren bis zu 375 Millionen Menschen in ihrer Existenz.

Die Hilfsorganisation Oxfam geht in einem heute vorgestellten Bericht davon aus, dass die Zahl der von den Folgen des Klimawandels massiv Betroffenen bis 2015 um rund 54 Prozent steigen wird. Einen Tag vor dem Treffen der Umweltminister der G-8-Staaten warnte Oxfam deswegen vor einer Ăśberforderung der Not- und Katastrophenhilfe.

Wenig Hoffnung auf rasche Fortschritte

Fortschritte im internationalen Verhandlungsmarathon für ein neues Uno-Klimaschutzabkommen sind laut Oxfam bei dem Staatstreffen im italienischen Syrakus nicht zu erwarten. «Die Verantwortung für den Klimawandel liegt hauptsächlich bei den reichen Ländern, allen voran den G-8-Staaten», sagte Jan Kowalzig, Klimaexperte bei Oxfam Deutschland. Die Klimaschutzziele dieser Länder seien aber völlig unzureichend.

Die internationale Not- und Katastrophenhilfe müsse weltweit neu ausgerichtet werden, heisst es in dem Oxfam-Bericht «The Right to Survive» weiter. «Das internationale System reagiert viel zu langsam und oft nur unzureichend», sagte Robert Lindner, Koordinator für humanitäre Kampagnen bei Oxfam. Der sich verschärfende Klimawandel werde es noch weiter überfordern.

Mehr Geld fĂĽr Katastrophenhilfe verlangt

Die Forderung der Hilfsorganisation: Die Not- und Katastrophenhilfe soll von jährlich 14,2 Milliarden Dollar im Jahr 2006 auf mindestens 41 Milliarden Dollar im Jahr 2015 steigen. Neben den Geberländern trügen auch die Regierungen von Entwicklungsländern Verantwortung. Der Bericht nennt als positive Beispiele Kuba und Bangladesch, die trotz Armut massiv in die Katastrophenvorsorge investierten. (raa/ap)

Erstellt: 21.04.2009, 16:53 Uhr

KOMMENTAR SCHREIBEN







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

6 KOMMENTARE

Peter Gerteis

31.08.2009, 16:25 Uhr

Ich kann's nicht mehr hören! Schon in der "Stifti" wurde dieses Thema von uns diskutiert. Unterdessen bin ich 60 Jahre alt - und wir sind keinen Schritt weiter. Ausser zahlreichen Abgaben für die "Umwelt".


Alexej Buergin

22.04.2009, 16:29 Uhr

Lieber Herr Leimgruber: Wenn Sie mit "heute" das letzte Jahrzehnt meinen, dann muessen Sie schreiben: Es wird kaelter und kaelter und kaelter. Der Klimawandel fand schon immer statt; die Frage ist, ob er (oder ein Teil davon) vom Menschen verursacht wird.


Max Wartenberg

22.04.2009, 10:01 Uhr

«Die Verantwortung für den Klimawandel liegt hauptsächlich bei den reichen Ländern, allen voran den G-8-Staaten». Das war einmal! Ich staune, dass Oxfam-Experten Länder wie China, etc. nicht zur Verantwortung ermahnen. Anstatt nur Geld zu sammeln, sollte Oxfam vom Klima bedrohte Länder beraten, damit sie im Eigenintresse handeln wie Kuba. Aber eben, sowas ist härtere Arbeit als Geld beantragen.


Alexej Buergin

22.04.2009, 02:04 Uhr

Endlich mal eine Prognose fuer einen Zeitraum, der noch von uns kontrollierbar ist. Wetten, dass im Jahre 2015 niemand mehr etwas von dieser Studie weiss? Hauptsache, Oxfam bekommt mehr Geld. Und noch eine wunderbare Nachricht fuer die Eisbaeren: Die Anomalie des Meereseises der noerdlichen Hemisphaere betraegt nur noch minus 300 000 km2, erst noch fast alles im (nicht-polaren) Meer von Okhotsk.


patrik leimgruber

21.04.2009, 21:32 Uhr

@ Matthias von Rhode: Der Klimawandel findet auf jeden Fall statt.. und dieser wird sich noch ziemlich beschleunigen in den nächsten paar Jahren.. aber ich bin mal gespannt auf 2019, es stimmt nämlich das alles gleich sein wird wie Heute, es wird wärmer.. und wärmer.. und wärmer...


Matthias von Rode

21.04.2009, 18:00 Uhr

Wenn die Weltbevölkerung weiter exponentiell zunimmt und so konzentriert angesiedelt ist, wird dies gemäss Adam Riese zu Problemen führen-keine Frage. Klimawandel (welcher nicht stattfindet) hat dabei keinen Einfluss auf diese zukünftige Entwicklung, auch wenn gewisse politische Kreise dies uns so glauben machen wollen. Ich sage es nochmals: Im Jahr 2019 wird alles genau gleich sein wie heute.



Meistgelesen in der Rubrik Wissen

Emil Frey AG Autocenter Bern

Die Top-Themen im

Leserbriefe




© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten