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Die Klima-Hitzköpfe

Aktualisiert am 19.01.2010

Die Uno muss ihre Warnung überprüfen, dass sämtliche Himalaya-Gletscher bis 2035 verschwinden könnten – sie basiert offenbar auf einer schlampigen Recherche.

Schmilzt er gar nicht so schnell, wie die Uno behauptet hat?: Der Gletscher am Basislager des Mount Everest in Nepal.

Schmilzt er gar nicht so schnell, wie die Uno behauptet hat?: Der Gletscher am Basislager des Mount Everest in Nepal.
Bild: Reuters

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Jahrelang ist die Warnung der Uno-Klimabehörde, dass sämtliche Himalaya-Gletscher wegen der Erderwärmung bis 2035 schmelzen könnten, prominent zitiert worden. Jetzt prüft die Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC, ob sie die 2007 geäusserte Warnung mangels wissenschaftlicher Fakten zurückziehen muss, wie ihr Chef Rajendra Pauchari gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigt.

Das Gremium handelt aufgrund eines Berichts in der «Times». Die britische Zeitung hat aufgedeckt, dass die Warnung ursprünglich auf eine kaum fundierte Nachrichtengeschichte in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift «New Scientist» aus dem Jahr 1999 zurückgeht. Von dort schaffte sie es in einen Bericht des WWF und von da wiederum in den IPCC-Report – der nur auf den WWF Bezug nimmt. Auf dem Weg wurde aus einer möglichen Gletscherschmelze nach Darstellung der «Times» eine sehr wahrscheinliche komplette Schmelze.

«Eines der schlimmsten Versagen»

Die britische Zeitung hat einen prominenten Zeugen für ihre Behauptung. Der damals verantwortliche «New Scientist»-Journalist Fred Pearce sagte ihr gegenüber persönlich, sein ursprünglicher Artikel basiere lediglich auf einer «Spekulation» des kaum bekannten indischen Wissenschaftlers Syed Hasnain. Ausserdem habe Hasnain immer nur von einer möglichen Schmelze einiger Gletscher gesprochen, nie von einer höchst wahrscheinlichen kompletten Schmelze.

Sollte die IPCC ihre Warnung tatsächlich widerrufen müssen, so wäre dies ein schwerer Schlag für die Glaubwürdigkeit des Gremiums – und für den Kampf gegen den Klimawandel insgesamt. «Dies wäre eines der schlimmsten Versagen überhaupt in der Geschichte der Klimaforschung», schreibt die «Times».

(oku)

Erstellt: 19.01.2010, 16:07 Uhr

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