Das Geheimnis des Gletschersees
Interaktiv-Box
Immer weiter wächst der Gletschersee – nach oben, in die Breite und die Länge. Und auch im Verborgenen sammelt sich das Schmelzwasser des Gletschers, wie die Fachleute, die den See überwachen, nun festgestellt haben. Den Experten war aufgefallen, dass der Wasserabfluss aus der Gletscherschlucht in den vergangenen Wochen eindeutig geringer war als in den Vorjahren. Auf der Suche nach diesem «verschollenen Wasser » habe man eine leichte Anhebung der Gletscheroberfläche festgestellt (siehe Grafik), wie es in einer Erklärung des Kantons heisst. Dieses Phänomen wurde in den fünf Jahren der Seeüberwachung erstmals beobachtet.
Wasser an Gletscherbasis
Die Fachleute erklären sich den Vorgang folgendermassen: Im September 2008 wurde der Seeausfluss durch einen Murgang geschlossen. Vermutlich seien zu diesem Zeitpunkt grössere Mengen Geröll in den unterirdischen Kanal der Gletscherentwässerung gelangt und hätten diesen verstopft. Als nun in diesem Frühling die Schneeschmelze einsetzte, konnte das meiste Schmelzwasser nicht durch den unterirdischen Kanal der Gletscherentwässerung in die Lütschine abfliessen, sondern wurde im Gletscher gestaut. Ein Grossteil dieses Wassers sei vom Gletscher in den See übergelaufen. Damit liesse sich auch die rasche Seefüllung in diesem Frühling erklären. Das restliche Wasser wurde an der Basis des Gletschers gespeichert. Da Eis leichter ist als Wasser , führe dieses Wasser zum Auftrieb des Gletschers, was die Anhebung der Gletscheroberfläche erkläre.
Bis 20 Prozent mehr Wasser
Auf Grund dieser neuen Erkenntnisse gehen die Experten davon aus, dass die gesamte Wassermenge, die bei einem Ausbruch des Gletschersees mobilisiert werden könnte, derzeit um 5 bis 20 Prozent grösser sein dürfte. Der Seepegel war auch gestern wieder leicht gestiegen. Das Volumen des Sees erreichte 1,7 Millionen Kubikmeter. Mit dem zusätzlichen Wasser im Gletscherinneren gehen die Fachleute von einer Gesamtmenge von schätzungsweise 2 Millionen Kubikmetern aus.
Da dieses zusätzliche Wasser an der Gletscherbasis durch die Messsonden im See möglicherweise nicht registriert wird, werden zurzeit zehn zusätzliche Messpunkte auf der Gletscheroberfläche installiert. «Dadurch können wir sofort erfassen, ob sich an der Höhenlage des Gletschers etwas verändert», erklärt Projektleiter Nils Hählen. Damit soll sichergestellt werden, dass ein allfälliges Auslaufen des unterirdischen Wassers möglichst früh erkannt werden kann.
«Keine Katastrophe»
Die maximale Abflussspitze und die Dauer eines Hochwassers würden bei einem spontanen Seeausbruch durch dieses zusätzliche Wasser erhöht, heisst es in der Mitteilung des Kantons. Der Gemeinderat von Grindelwald reagierte bereits gestern auf die neuen Erkenntnisse und verschärfte seine Vorsichtsmassnahmen.
Auch entlang der Lütschine und auf dem Bödeli wäre bei einer spontanen Entleerung mit Hochwasser zu rechnen. Betroffen davon wäre vor allem Bönigen und das Gebiet um den Flugplatz. Sollten der See und das unterirdische Schmelzwasser miteinander verbunden sein, rechnet Nils Hählen bei einer spontanen Entleerung mit einem grösseren Hochwasser auch auf dem Bödeli. Gleichzeitig schränkt er aber auch ein: «Das wird keine grosse Katastrophe.» Zudem betonen die Behörden, dass selbst mit dem nun entdeckten unterirdischen Wasser nach wie vor die Möglichkeit bestehe, dass sich der See gemächlich und somit ungefährlich entleere.
Stollen nur für den See
Der Schrägstollen, der derzeit gebaut wird, um die Gefahr eines Hochwassers zu verringern, und im Herbst 2009 fertiggestellt sein soll, dient im Übrigen nur als Abfluss für den überirdischen See. Das unterirdische Schmelzwasser werde sich, so die Einschätzung von Nils Hählen, früher oder später selbst einen Weg suchen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 15.05.2009, 08:38 Uhr
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!






