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«Wichtiges Problem der Biologie gelöst»

Die Medizin-Nobelpreisträger Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak haben herausgefunden, wie Zellen altern - und mit welchen Werkzeugen die Zelle diese Alterung steuert.

Bereits ausgezeichnet: Elizabeth H. Blackburn und Carol Greider posieren neben einer Paul-Ehrlich-Büste anlässlich der Verleihung des Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstädter-Wissenschaftspreises im letzten März in Frankfurt.

Bereits ausgezeichnet: Elizabeth H. Blackburn und Carol Greider posieren neben einer Paul-Ehrlich-Büste anlässlich der Verleihung des Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstädter-Wissenschaftspreises im letzten März in Frankfurt.
Bild: Keystone

Der Nobelpreis geht auch an ihn: Jack Szostak.

Der Nobelpreis geht auch an ihn: Jack Szostak. (Bild: Keystone)

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Nobelpreise für Medizin

Preisträger seit 1990

1990: Joseph Murray and Donnall Thomas, USA. 1991: Erwin Neher und Bert Sakmann, Deutschland. 1992: Edwin Krebs, USA, und Edmond Fischer, USA und Schweiz. 1993: Richard Roberts, Grossbritannien, und Phillip Sharp, USA. 1994: Alfred Gilman und Martin Rodbell, USA. 1995: Edward Lewis und Eric Wieschaus, USA, sowie Christiane Nüsslein-Volhard, Deutschland. 1996: Peter Doherty, Australien, und Rolf Zinkernagel, Schweiz. 1997: Stanley Prusiner, USA. 1998: Robert Furchgott, Louis Ignarro und Ferid Murad, USA. 1999: Günter Blobel, USA. 2000: Arvid Carlsson, Schweden, Paul Greengard und Eric Kandel, beide USA. 2001: Leland Hartwell, USA, Timothy Hunt und Paul Nurse, beide Grossbritannien. 2002: Robert Horvitz, USA, Sydney Brenner und John Sulston, beide Grossbritannien. 2003: Paul C. Lauterbur, USA, Peter Mansfield, Grossbritannien. 2004: Richard Axel, Linda B. Buck, beide USA. 2005: Barry Marshall und Robin Warren, Australien. 2006: Andrew Fire und Craig Mello, USA. 2007: Mario R. Capecchi und Oliver Smithies, beide USA, sowie Martin J. Evans, Grossbritannien. 2008: Harald zur Hausen, Deutschland, Francoise Barre-Sinoussi und Luc Montagnier, beide Frankreich. 2009: Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak, alle drei USA.

Für ihre Grundlagenforschungen zum Alterungsprozess von Zellen sind die drei US-Amerikaner Elizabeth H. Blackburn, Carol W. Greider und Jack W. Szostak am Montag mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Die drei hätten «ein wichtiges Problem der Biologie gelöst», erklärte das Karolinska-Institut in seiner Würdigung. Ihre Arbeiten seien die Grundlage für weitergehende Studien zur Krebs- und Alterungsforschung und für die Entwicklung von Therapien geworden.

Die Forscher, die sich den mit rund 1,5 Millionen Franken dotierten Preis teilen, fanden heraus, wie die Chromosomen, die das Erbgut enthalten, in dem komplexen Prozess der Zellteilung kopiert und wie sie dabei vor einer Degenerierung geschützt werden. Die Lösung liegt dabei im Chromosomen-Ende, den sogenannten Telomeren, und den Enzymen, die sie bilden, der Telomerase. Blackburn und Szostak entdeckten, dass eine einzigartige DNA-Sequenz in den Telomeren die Chromosomen vor der Degenerierung schützt. Greider und Blackburn identifizierten das Enzym, das die Telomere bildet.

Entwicklung von Therapien

Wenn die Telomere kürzer werden, altern Zellen. Umgekehrt verlängert sich die Lebensdauer, wenn die Telomerase besonders aktiv ist. Das ist zum Beispiel bei Krebszellen der Fall, die praktisch ein ewiges Leben besitzen. Bei einigen erblichen Krankheiten hingegen ist das Enzym defekt, was zu beschädigten Zellen führt. Durch die Entdeckung des Enzyms erst war die Entwicklung von Therapien möglich, wie das Nobelkomitee erklärte.

Mit der Bekanntgabe der Preisträger für Medizin hat das Karolinska-Institut die Reihe der diesjährigen Nobelpreise eröffnet. Die Ehrung für die medizinische Forschung ist eine von fünf, mit denen der 1896 gestorbene Preisstifter Alfred Nobel Einsätze zu Gunsten der Menschheit über seinen Tod hinaus fördern wollte

Die Nobelpreise sind mit umgerechnet jeweils 980'000 Euro dotiert und werden traditionell am 10. Dezember feierlich überreicht. Den Medizinpreis teilten sich im letzten Jahr der Heidelberger Harald zur Hausen mit der Französin Francoise Barré-Sinoussi und deren Landsmann Luc Montagnier. (vin/an/ap/)

Erstellt: 05.10.2009, 13:53 Uhr

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