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Super-Bakterium: Erster Toter in Belgien

Aktualisiert am 16.08.2010 11 Kommentare

Eigentlich ist es in Südasien zu Hause. Doch jetzt sorgt ein neues Bakterium auch in Europa für Aufsehen. Es ist gegen Notfall-Antibiotika resistent. Jetzt gab es das erste Todesopfer auf dem europäischen Festland.

Informierte über den Tod des NDM-1-Opfers: Mikrobiologe Denis Pierard.

Informierte über den Tod des NDM-1-Opfers: Mikrobiologe Denis Pierard.
Bild: Keystone

Das nur sehr schwer zu bekämpfende neue «Super-Bakterium» mit dem Gen NDM-1 hat in Belgien ein Todesopfer gefordert. Dies sagte der Mikrobiologe Denis Pierard vom Brüsseler Universitätsklinikum der belgischen Tageszeitung «Le Soir». Es handle sich vermutlich um den ersten NDM-1-Toten auf dem europäischen Festland.

Das Bakterium ist bisher vor allem in Indien und Pakistan aufgetreten, aber auch in Deutschland, den USA und Grossbritannien. Es ist selbst gegen die Carbapeneme resistent, das sind Reserveantibiotika, die nur bei schwer zu behandelnden Infektionen zum Einsatz kommen.

Nach Auskunft Pierards war der in Brüssel wohnhafte Mann aus Pakistan nach einem Besuch in seiner Heimat im Juni schwer erkrankt und dann an der Infektion mit dem NDM-1-Bakterium gestorben. Der Mann sei in Pakistan am Bein verletzt und dort auch behandelt worden.

Resistent gegen alles

In Brüssel habe sich das Bakterium als «schrecklich resistent» gegen praktisch alle Antibiotika erwiesen. Auch eine Behandlung mit dem Antibiotikum Colistin, das sich in einigen anderen NDM-1-Fällen als wirksam erwiesen habe, sei gescheitert.

Pierard sagte der Zeitung «Le Soir», die Gefahr einer Infektion in Belgien sei sehr gering. Praktisch alle bekannten Patienten hätten sich bei Behandlungen in pakistanischen oder indischen Spitälern infiziert.

Patienten in Schönheitskliniken

Ein internationales Forscherteam hatte Proben der vergangenen Jahre aus Indien, Pakistan, Bangladesh und Grossbritannien untersucht und NDM-1-Bakterien quer verstreut über diese Länder entdeckt. Es präsentiert die Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals «The Lancet Infectious Diseases».

Viele der betroffenen Briten waren den Forschern zufolge zuvor aus Indien und Pakistan heimgekehrt, wo sie in Spitälern und Schönheitskliniken gewesen seien. (bru/sda)

Erstellt: 15.08.2010, 18:48 Uhr

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11 Kommentare

Gerhard Graf

16.08.2010, 07:36 Uhr
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Warum wurde der Patient in Belgien mit Colistin behandelt? Colistin ist ein (billiges) Antibiotika und wurde in den 60er Jahren auf den Markt gebracht. Das neue (moderne) Antibiotika Tigecyclin ist wesentlich stärker wirksam gegen NDM-1 Bakterien, kostet aber rund Fr. 1200 pro zehn Ampullen. Hatte man Angst, der Pakistani könne die Rechnung nicht bezahlen? Zwei Klassen Medizin? Antworten


Marco Lardi

15.08.2010, 19:05 Uhr
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Kommt nun jedes Jahr ein neues Supervirus auf den Markt? Und um von den Pharmariesen abzulenken sind nun die Patienten von Schönheitsoperationen schuld! Aber um Geld zu generieren scheint manchen jedes Mittel recht zu sein. Warte nur darauf, dass einer sagt Tamiflu ist der Heilsbringer schlechthin, dann wissen wir auch, von wem diese Zeilen in Umlauf gebracht werden! Antworten



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