Sensoren aus Zürich sollen Burnout verhindern

Aktualisiert am 08.03.2010

Forscher der ETH Zürich haben Geräte entwickelt, die den Stresspegel von Menschen im Alltag messen. Diese werden unter anderem in den Socken getragen.

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Sie hoffen, dass die Sensoren in der Zukunft dazu beitragen, die Prävention von Erkrankungen wie Burnout und Depressionen zu verbessern. Der von einem Team um Bert Arnrich vom Institut für Elektronik entwickelte «Stress-Assistent» analysiert diverse Indikatoren für Stress, wie «ETH Life», die Webzeitung der ETH Zürich, am Montag berichtete. Er misst etwa die Leitfähigkeit der Haut an den Fingern, die Rate von Herzschlag und Atmung sowie den Gehalt des Stresshormons Cortisol im Speichel.

In Zusammenarbeit mit Psychologen der Universität Zürich führten die Forscher eine Studie durch, um die Zuverlässigkeit des neuen Messsystems zu überprüfen. Dazu wurden 30 Probanden eingeladen, an einem angeblich einfachen Rechentest teilzunehmen. In Wirklichkeit mussten sie unter Zeit- und sozialem Druck am Computer schwierige Aufgaben lösen.

Schwitzen und Rutschen

Die Rechenaufgaben waren so schwierig, dass kein Proband mehr als die Hälfte von diesen lösen konnte. Zudem wurde den Teilnehmern ständig deutlich gemacht, dass ihre Leistungen unter dem Durchschnitt seien. Schliesslich setzte die Untersuchungsleiterin die Probanden mit harten Beurteilungen ihrer Leistungen zusätzlich unter Stress.

Das Messgerät funktionierte gut: In 83 Prozent der Fälle erkannte das System zum Beispiel den Stresspegel aufgrund der Messung der Hautleitfähigkeit richtig. Unter Stress sondert der Körper nämlich mehr Schweiss ab, insbesondere an den Handflächen und an den Fusssohlen.

Auch im Stuhl angebrachte Drucksensoren gaben wichtige Hinweise: Weil die meisten Probanden unter Stress viel häufiger hin und her rutschten, wurde Stress mit dieser Methode in 73 Prozent der Fälle erkannt. Einige Menschen erstarrten bei Stress aber. Um Stress zuverlässig zu erkennen, seien deshalb diverse Messmethoden nötig, sagte Arnrich.

Stressmesser im Socken

Bis Stress am Arbeitsplatz dauerhaft überwacht werden kann, wird es noch dauern. «Einige der Sensoren sind derzeit noch zu unbequem», räumt Arnrich ein. Der Forscher hat aber schon Verbesserungsideen in petto. So könnte die Leitfähigkeit der Haut statt am Finger am Fuss gemessen werden - mit in normalen Socken integrierten Sensoren.

Arnrich möchte nun mit seiner Methode den Stress und die Gesundheit von Feuerwehrleuten untersuchen. Zudem wollen die Forscher herausfinden, ob sich das Gerät nutzen lässt, um bei Patienten mit manisch-depressiven Störungen die Stärke ihrer Depressionen zu messen. Das könnte Psychotherapeuten helfen, ihren Therapieerfolg zu messen. (sam/sda)

Erstellt: 08.03.2010, 11:14 Uhr

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