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Roche gibt Tamiflu-Notvorräte frei
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Das Pharma-Unternehmen Roche hat den Notvorrat an Tamiflu aktiviert, um der Schweinegrippe zu begegnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe darum nachgefragt, teilte Roche am Samstagabend mit. Der abgerufene Notvorrat werde nach Ermessen der WHO in betroffenen Ländern eingesetzt. Die Vorräte der WHO umfassen laut Roche regionale Bestände von 2 Millionen Packungen Tamiflu, die weltweit gelagert werden, sowie einen Notvorrat von 3 Millionen Packungen Tamiflu, die bei Roche eingelagert sind.
Roche erhöht nach eigenen Angaben die Produktionsmenge von Tamiflu, um die wachsende Nachfrage nach dem Grippemedikament zu decken. Das Unternehmen arbeite eng mit den Regierungen zusammen, um bei Bedarf Bestellungen für Tamiflu auszuführen.
Die nächsten Tage sind entscheidend
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörden sind weltweit bislang 653 Erkrankungen an Schweinegrippe bestätigt. Für die WHO sind die nächsten Tage entscheidend, um genaue Erkenntnisse über die Ausbreitung der Schweinegrippe in Europa zu gewinnen. Die Lage sei aber unter Kontrolle, sagte Mike Ryan von der WHO am Samstag in Genf.
Die Reaktion auf Erkrankungen von Reisenden, die nach Europa zurückgekehrt seien, sei sehr erfolgreich gewesen, aber «die nächsten Tage werden es zeigen». Im Übrigen versuche die WHO immer noch, die Gefährlichkeit des neuen Virus in Mexiko endgültig zu ermitteln, sagte der WHO-Direktor für weltweite Alarmierung und Reaktion weiter.
433 Menschen in Mexiko erkrankt
Die Schweinegrippe ist inzwischen in 18 Ländern aufgetreten. Am Freitag und Samstag bestätigten Hongkong und Südkorea sowie Italien und Irland die ersten Fälle von Infektionen mit dem Influenza-Virus vom Typ A/H1N1. Am stärksten betroffen ist Mexiko als Ursprungsland der Krankheit. Dort wurden bisher 433 Menschen angesteckt und 16 starben. In den USA wurden 161 Erkrankungen und ein Todesfall registriert. Kanada meldete 51 Ansteckungen, Spanien 15, Grossbritannien 13 und die Schweiz nach wie vor einen Fall. Dazu kamen am Samstag noch 23 Verdachtsfälle. Die sieben Mitglieder der Aarauer Stadtregierung sind bis am kommenden Dienstag unter Quarantäne gestellt worden. Dies ordnete der Kantonsärztliche Dienst an, nachdem ein Mitglied der Behörde als Schweinegrippe-Verdachtsfall galt.
Ausserhalb von Mexiko gibt es bisher nur einen einzigen Todesfall: Er betrifft einen 21 Monate alten mexikanischen Jungen, der mit seinen Eltern nach Texas gereist war. Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung der Grippe schloss Mexiko am Freitag für fünf Tage alle Behörden und privaten Betriebe, die keine lebenswichtigen Dienstleistungen verrichten. Als Vorsichtsmassnahme wurden auch in den USA Dutzende weiterer Schulen geschlossen. Insgesamt ruht der Unterricht bereits in mehr als 400 Schulen in 18 US-Staaten; knapp 250'000 Schüler waren betroffen.
Hotel in Hongkong unter Quarantäne
Nach dem ersten Schweinegrippe-Fall in China wurden Flüge aus Mexiko ausgesetzt. Das Hotel, in dem der erkrankte Tourist aus Mexiko in Hongkong abgestiegen war, wurde für sieben Tage unter Quarantäne gestellt. Eine Maschine der US-Fluggesellschaft United Airlines legte am Freitag auf dem Flug von München nach Washington eine unplanmässige Zwischenlandung in Boston ein, weil eine 53-jährige Passagierin über grippeartige Beschwerden geklagt hatte.
Weitere vereinzelte Infektionen wurden in Neuseeland, Israel, Italien, Österreich, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Hongkong und Südkorea registriert.
2,4 Millionen Einheiten Tamiflu für arme Länder
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2,4 Millionen Einheiten des Medikaments Tamiflu in 72 Entwicklungsländer verschickt, um diese gegen den möglichen Ausbruch einer Schweinegrippe-Pandemie zu wappnen. «Zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, dass alle Länder Zugang zu antiviralen Präparaten haben», sagte der zuständige WHO-Direktor Mike Ryan am Samstag in Genf.
US-Präsident Barack Obama sagte am Samstag, wegen der Möglichkeit einer Pandemie werde «schnell und offensiv» gehandelt. Er hat beim Kongress die Freigabe von 1,5 Milliarden Dollar beantragt, unter anderem für den Kauf von Medikamenten. (vin/sda/ap)
Erstellt: 03.05.2009, 00:18 Uhr






