Krebsverdächtiger Schadstoff in Schoko-Biskuits nachgewiesen

Aktualisiert am 06.10.2009

Mehrere Sorten Schokolade-Biskuits enthalten laut der Zeitschrift «Gesundheitstipp» zu viel eines mutmasslich krebserregenden Stoffs.

Das Wernli-Biskuit wies die höchste Belastung auf: Chocoly Original.

Das Wernli-Biskuit wies die höchste Belastung auf: Chocoly Original.

Gemessen an den empfohlenen Höchstmengen für Kinder schnitten in einem Labortest zur Belastung mit so genannten 3-MCPD-Fettsäureestern acht von zwölf Sorten ungenügend ab. Der Stoff 3-MCPD entsteht bei der Verarbeitung von Palmöl. In Versuchen mit Ratten hat er laut dem Bericht in hohen Dosen zu gutartigen Tumoren geführt.

Die Auswirkungen auf den Menschen seien hingegen noch nicht genau bekannt, heisst es. Weil aber der Verdacht besteht, dass der Stoff Krebs auslösen kann, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Kinder pro Kilo Körpergewicht maximal zwei Mikrogramm der Substanz pro Tag essen sollten, wobei der Stoff nicht nur in Schokoladen-Biskuits vorkommt, sondern auch in vielen anderen Produkten. Deshalb hat der «Gesundheitstipp» in seinem am Dienstag veröffentlichten Test bereits jene Biskuit-Sorten als ungenügend beurteilt, bei denen eine Portion von 50 Gramm schon mehr als die Hälfte der empfohlenen Tageshöchstmenge für ein fünf- bis siebenjähriges Kind enthält.

Wernli überrascht

Als unbedenklich erwiesen sich im Test das Crunchy Biscuit von Ovomaltine und die bei IKEA erhältlichen Göteborgs Ballerina. Genügend waren Monarc Doppelkeks von Aldi und der M-Budget Doppelkeks. Als ungenügend beurteilt wurden DuoKeks und Chocky von der Migros, Frisian Troubadour Fourre Choco von Coop, Fourre Biscuits von Spar, Fourres von Denner, Sondey Doppelkeks Rolle von Lidl, LU Prince und Wernli Chocoly Original. Das Wernli-Biskuit wies die höchste Belastung der getesteten Sorten auf. Mit einem Chocoly hat ein Kind bereits die Hälfte der empfohlenen Tageshöchstmenge des Stoffs intus.

Laut «Gesundhheitstipp» reagierten Grossverteiler und Hersteller unterschiedlich auf die Ergebnisse. Während sich Wernli überrascht zeigte, war das Thema der Migros schon bekannt. Sie strebt an, den 3-MCPD-Gehalt zu reduzieren. (sam/ap)

Erstellt: 06.10.2009, 11:20 Uhr

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