Kommt jetzt die Schutzimpfung gegen Aids?
Oberster US-Seuchenbekämpfer: Anthony Fauci.
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Anthony Fauci ist einer der renommiertesten Aids-Experten weltweit. Bislang skeptisch, hält der amerikanische Forscher nun einen Durchbruch bei der Suche nach einem Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit für möglich. Nach einer Serie vielversprechender Forschungsergebnisse sei er inzwischen «sehr viel zuversichtlicher, dass wir letzten Endes einen Impfstoff haben werden», sagte Fauci vor Beginn der 18. Welt-Aids-Konferenz in Wien. Die Entwicklung eines Impfstoffs könnte freilich noch Jahre dauern.
Der Aids-Pionier sprach von «bedeutenden Fortschritten» nach Jahrzehnten vergeblicher Bemühungen. «Bis vor wenigen Jahren hatten wir nicht einmal eine leise Ahnung davon, ob wir in der Forschung überhaupt auf dem richtigen Weg sind», sagte Fauci. Inzwischen zeichne sich viel klarer ab, in welche Richtung die Wissenschaft gehen müsse, um letztlich zum Ziel eines Impfstoffs gegen das HI-Virus zu kommen.
Thai-Experiment gibt Hoffnung
Zwei Schlüssel-Erkenntnisse der vergangenen Monate hätten den Weg dorthin vorgegeben, sagte Fauci. Zum einen sei dies der klinische Test eines Aids-Impfstoffs an 16.000 Menschen in Thailand gewesen. Zwar habe das Präparat die Ansteckungsgefahr nur begrenzt gesenkt und biete keinen hundertprozentigen Schutz. Doch habe selbst dieser limitierte Erfolg klar gemacht, «dass ein Impfstoff zumindest denkbar ist».
Die zweite Schlüssel-Erkenntnis auf dem Weg zu einem Impfstoff sei die Anfang des Monats publizierte Entdeckung von zwei Antikörpern, die 90 Prozent aller bekannten HI-Viren-Stämme ausschalten können. Die Antikörper mit den Namen VRC01 und VRC02 halten den Laborversuchen zufolge die meisten HIV-Stämme davon ab, menschliche Zellen zu infizieren. «Wir können nun die Stelle an der Oberfläche des Virus bestimmen, an der ein Impfstoff angreifen muss, um den Virus zu zerstören», sagte Fauci.
Gefahr der Leichtsinnigkeit
Der Seuchenforscher, der das US-Institut für ansteckende Krankheiten leitet, warnte angesichts der verbesserten Aussichten vor zu grosser Leichtsinnigkeit bei Sexualkontakten. Nach wie vor sei Prävention der einzige Weg, eine Ansteckung zu vermeiden. Zur Benutzung von Kondomen gebe es keine Alternative. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.07.2010, 17:32 Uhr
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