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H1N1: US-Experten geben vorerst Entwarnung

Aktualisiert am 02.05.2009 8 Kommentare

Die Schweinegrippe könnte nach Einschätzung von Experten weniger schlimm verlaufen, als zunächst befürchtet. Wirklich tödliche Eigenschaften besitzt das Virus nicht – bis jetzt.

Vorerst kann man aufatmen: Eine Abschlussklasse des Studiengangs Gesundheitswissenschaften in Boston, USA.

Vorerst kann man aufatmen: Eine Abschlussklasse des Studiengangs Gesundheitswissenschaften in Boston, USA.
Bild: Keystone

Trotz der weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe haben US-Wissenschaftler eine gewisse Entwarnung gegeben. Das Virus verhalte sich bislang eher wie eine gewöhnliche, jahreszeitlich bedingte Grippe, teilte das US-Zentrum für Seuchenkontrolle mit.

Die Experten machten sich derzeit ein Bild von dem Erreger, der nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Pandemie auslösen könnte, sagte eine Ärztin. Genetische Analysen hätten ergeben, dass sich der Virus nicht verändert habe.

Tödliche Gene wie 1918 im Erreger nicht vorhanden

Der vorliegende Virustyp H1N1 weist nicht dieselben tödlichen Eigenschaften auf wie der Erreger der katastrophalen Spanischen Grippe von 1918/19. «Wir sehen nicht die Merkzeichen für die Virulenz, die in dem Virus von 1918 festgestellt wurden», sagte die Grippeexpertin Nancy Cox von US-Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention in Atlanta.

Bei den fehlenden Genen handele es sich um genau die Abschnitte, die den Auslöser der Spanischen Grippe so tödlich gemacht habe. Das neue Virus sei eine «sehr ungewöhnliche Kombination» aus menschlichen Genen und Schweinegenen, die in Nordamerika, Asien und Europa gefunden worden seien, sagte Cox weiter. Für eine genaue Einschätzung seiner potenziellen Auswirkungen sei es aber noch zu früh.

Die Spanische Grippe war eine der tödlichsten Seuchen in der Geschichte der Menschheit. Experten schätzen, dass damals 40 bis 50 Millionen Menschen starben.

Notmassnahmen bald erfolgreich

In Mexiko, wo sich Erreger am stärksten verbreitet hat, machte sich unterdessen Hoffnung breit, dass das Land die Grippe bald unter Kontrolle bekommen könnte.

Das Gesundheitsministerium reduzierte seine Schätzung für die Zahl der Menschen, die vermutlich an dem neuen Virus gestorben sind, auf 101 von zuvor 176. 16 Patienten starben erwiesenermassen daran.

Mexikos Bürgermeister Marcelo Ebrard sagte, die Notmassnahmen würden langsam zum Erfolg führen. In die Spitäler würden mittlerweile weniger Menschen mit Grippe-Symptomen eingliefert. Am Freitag wurden die meisten Behörden und Unternehmen für fünf Tage geschlossen, um die Ausbreitung der Seuche zu bremsen.

Erster Fall in Südkorea

Weltweit sind nach Angaben der WHO über 330 Infektionen mit dem neuen Grippevirus bestätigt. Den jüngsten Fall meldete am Samstag Südkorea. Testergebnisse hätten den Verdacht bei einer 51-jährigen Frau bestätigt, erklärte die Infektionsschutzbehörde KCDCP in Seoul.

Die Frau, bei der es sich offenbar um eine Nonne handelt, sei am vergangenen Wochenende von einem Aufenthalt in Mexiko zurückkehrt. Die Patientin spreche gut auf die Behandlung an und könne bald aus der Klinik entlassen werden.

Eine weitere Nonne, die mit der Mexikoreisenden Kontakt hatte, zeigte demnach ebenfalls Symptome der Krankheit. Sollte sich der Verdacht auf Influenza A (H1N1) auch in diesem Fall bestätigen, wäre dies die erste Ansteckung innerhalb des Landes.

Flüge gestrichen

Nach China ist Südkorea das zweite asiatische Land, das einen positiv getesteten Schweinegrippe-Fall meldete. Am Freitag war bei einem 25-jährigen Mexikaner, der über Schanghai nach Hongkong gereist war, das Influenza-Virus H1N1 festgestellt worden.

China setzte unterdessen sämtliche Flugverbindungen von Mexiko nach Schanghai vorübergehen aus. Darüber seien die mexikanischen Behörden und die betroffenen Fluggesellschaften informiert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die US-Fluggesellschaft Continental streicht wegen der gesunkenen Nachfrage ebenfalls Flüge nach Mexiko. Ab Montag werde vorübergehend nur noch etwa die Hälfte der Passagiere nach Mexiko befördert, teilte das Unternehmen mit.

Zwar würden weiterhin alle Ziele angeflogen, allerdings zum Teil mit kleineren Maschinen oder weniger häufig. Bisher wickelte Continental pro Woche 450 Flüge zu 28 Flughäfen in Mexiko ab. (bru/sda/ap)

Erstellt: 02.05.2009, 12:12 Uhr

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8 Kommentare

Daniel Schäffler

02.05.2009, 08:07 Uhr
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Ich verstehe nicht, dass es immer noch passiert, dass eingeflogene Mexiko Reisende das Virus "Einschleppen". Warum werden nicht sofort alle Flüge von/nach Mexiko für einen Monat gestrichen? Warum passieren denn noch immer solche "Pannen"? Es wäre doch so einfach, sowas zu kontrollieren, wenn nicht ewig gewisse Interessen vorherrschten. Antworten


Roman Engel

02.05.2009, 08:41 Uhr
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Hier wird auf Entwarnung gemacht und in einem anderen Artikel heisst es --- Titel: "Im Ernstfall werden die Schutzmasken knapp" --- So wird die Bevölkerung völlig verunsichert und die Berichterstattung kann man nicht mehr ernst nehmen! Mal gefährlich, dann wieder nicht, dann doch, dann nicht so sehr, dann uiuiuiui, dann alles warme Luft. Schreibt einfach: Wir wissen es (noch) nicht. Antworten



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