Die Mär vom Body-Mass-Index

Aktualisiert am 02.03.2010 21 Kommentare

Der Taillenumfang eines Menschen spielt eine wesentlich grössere Rolle für die Gesundheit als der bislang genutzte Body-Mass-Index.

Riskanter als Speck an den Beinen: Ein dicker Bauch kann Krankheiten verursachen.

Riskanter als Speck an den Beinen: Ein dicker Bauch kann Krankheiten verursachen.
Bild: Keystone

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Dies haben Mediziner der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in einer Studie belegt. Demnach ist nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts für Herzkrankheiten und andere Leiden entscheidend. Bislang zeigt die weit verbreitete Formel für den Body-Mass-Index (BMI) «Gewicht durch Körpergrösse in Metern zum Quadrat», wer als fettleibig oder untergewichtig gilt.

Doch für die Abschätzung von Krankheitsgefahren tauge das Mass nicht, erklären die Mediziner. «Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen», sagte Studienleiter Harald Schneider laut einer LMU-Mitteilung.

Gefahr je nach Ort der Polster

Anders als man es beim BMI unterstelle, sei Fett nicht gleich Fett, erläutert Schneider. Es gebe «gutes Fett» an Hüften, Oberschenkeln und Gesäss, das nicht das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen erhöhe. Es könne sogar schützen.

Das «böse Fett» um den Bauch herum könne dagegen schädliche Fettsäuren und andere Stoffe in den Körper abgeben, die unter Umständen Entzündungen hervorriefen. Für ihre Studie beobachteten die LMU- Forscher knapp 11'000 Probanden bis zu acht Jahre lang.

WHtR aussagekräftiger als der BMI

Neben dem BMI wurden noch weitere Werte gemessen: Das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang und die Zahl, die sich ergibt, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergrösse teilt, kurz WHtR genannt.

«Je höher der WHtR, desto grösser das Risiko», beobachteten Schneider und seine Kollegen mit Blick auf Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang habe diesbezüglich kaum eine und der BMI gar keine Aussagekraft gehabt.

Die Studie wird im «Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism» vom April veröffentlicht werden. Neben der Münchner Universität waren auch die Hochschulen aus Greifswald, Dresden und Lübeck daran beteiligt. (raa/sda)

Erstellt: 02.03.2010, 14:52 Uhr

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21 Kommentare

Laura Decapitani

02.03.2010, 16:13 Uhr
Melden

ich bin 1.80m gross, 76 kg schwer und habe deshalb einen BMI von fast 24, also nahe an der Grenze zur Fettleibigkeit, passe aber in Kleidergrösse 38 - wie also soll ich da fettleibig sein? Klar passt der BMI nicht, oder nur für Menschen innert einer sehr engen Grössentabelle Antworten


Tom Müller

02.03.2010, 13:44 Uhr
Melden

Und doch wollen viele Politiker die KK-Prämien an dem völlig nutzlosen BMI festmachen... Antworten



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