Die Hände verraten Politiker

Aktualisiert am 29.07.2010 2 Kommentare

Von wegen «Read my lips»: Auf die Hände von Spitzenpolitikern sollte man schauen, um zu erfahren, was sie wirklich denken. Eine Studie enthüllt Bemerkenswertes.

1/4 Die Rechtshänder George W. Bush und ...
Bild: Reuters

   

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Die Handbewegungen sind entscheidend: Zu diesem Schluss kommen Forscher nach der Analyse von Wahlkampfauftritten amerikanischer Präsidentschaftskandidaten.

«Die Hand, die Redner jeweils zum Gestikulieren verwenden, kann ein Hinweis darauf sein, was sie fühlen bei dem, was sie sagen», erklärte Daniel Casasanto vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im holländischen Nijmegen zu der im Fachmagazin «PLoS ONE» veröffentlichten Studie.

Das habe sich gezeigt bei der sprachpsychologischen Analyse der Reden von George Bush und John Kerry sowie Barack Obama und John McCain in den US-Wahlkämpfen 2004 und 2008. Die Rechtshänder Bush und Kerry hätten aus ihrer Sicht positive Inhalte überwiegend durch Gesten mit ihrer rechten Hand betont, die Linkshänder Obama und McCain mit ihrer Linken.

Undurchschaubarer Obama

Negative Inhalte dagegen - etwa Ideen des politischen Gegners - führten eher zu einem Gestikulieren mit der nicht dominanten Hand. Besonders klar war dies beim Republikaner McCain zu beobachten: Der Linkshänder setzte bei für ihn negativen Inhalten seine rechte Hand zwölf Mal häufiger ein als seine Linke.

Den geringsten Unterschied gab es bei Obama, der seine «böse» Rechte nur zweimal mehr einsetzte als die «gute» Linke. Da seien Rückschlüsse natürlich schwieriger, sagte Casasanto. Dennoch finden er und seine Co-Autorin Kyle Jasmin: «Die Beobachtung der Hände von Politikern kann Wählern helfen, ihre Gedanken zu erkennen.»

Gebrochene Versprechen

Laut den Forschern begleiten Menschen generell «gute» Redeinhalte weniger häufig durch Handbewegungen als «schlechte». Das war auch bei den vier untersuchten Präsidentschaftskandidaten so.

Die Lippen als Wahrheitsindiz brachte übrigens schon George Bush senior in Misskredit: «Read my lips: no new taxes» hatte er 1988 im Wahlkampf versprochen (etwa: «Nehmt mich beim Wort: Keine neuen Steuern»). Zwei Jahre später brach er das Wahlversprechen. Was er gerade mit den Händen machte, als er es abgab, ist nicht überliefert. (sam/sda)

Erstellt: 29.07.2010, 13:07 Uhr

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2 Kommentare

Ulla Moos

29.07.2010, 13:47 Uhr
Melden

Also, sehe ich das falsch? Bei Bush und Kerry sind es doch jeweils die linken Hände! Antworten


Romeo Membrini

01.08.2010, 15:57 Uhr
Melden

rechts und links werden immer mehr verwischt. keine klaren abgrenzungen mehr. oder wissen die einfach nicht, dass rechts dort ist wo der daumen links ist???. Antworten



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