Wissen
Dank Gebärmutter-Transplantation zum eigenen Kind
Auf 15'000 wird in Grossbritannien die Anzahl Frauen im gebärfähigen Alter geschätzt, die keine Gebärmutter in sich tragen. Sei es, weil sie ohne geboren wurden oder diese wegen Krankheit entfernen mussten. Weltweit sind es wohl Hunderttausende.
Seit Jahren forschen Wissenschaftler daran, dereinst das Organ der Weiblichkeit transplantieren zu können. Nun soll eine Forschergruppe um Richard Smith, einem Gynäkologen am Hammersmith Hospital in West London, dem Ziel einen bedeutenden Schritt näher gekommen sein.
In zwei Jahren
Zentrales Problem bei der Gebärmutter-Transplantation ist offenbar die Blutversorgung. Ein einziges Mal wagte sich bisher ein Chirurgen-Team an eine Transplantation. Durchgeführt an einer 26-jährigen Frau in Saudiarabien im Jahr 2000. Weil sich in einem Blutgefäss ein Gerinnsel bildete, musste das Organ nach 99 Tagen entfernt werden. Die Operation wurde als Misserfolg gewertet.
In einem Versuch mit Mäusen wurden jetzt aber gerade im Bezug auf die Verbindung der Blutgefässe Erfolge erzielt. Sollten sich diese bei grösseren Tieren bestätigen, sei der Weg für eine erfolgreiche Transplantation am Menschen nicht mehr weit, werden die britischen Wissenschaftler in der «Times» zitiert. In zwei Jahren soll es soweit sein.
Ethiker kritisieren Methode
Auch an anderen Forschungsstätten wird auf die erste Gebärmutter-Transplantation hingearbeitet. Wie die «Times» weiter schreibt, soll ein Ärzteteam in den USA bereits die Erlaubnis der Behörden erhalten haben. Nötig ist dafür aber natürlich auch eine Spenderin.
Ohne Nachteile ist eine fremde Gebärmutter allerdings nicht. Eine Schwangerschaft halten die Forscher nur via In-vitro-Fertilisation für möglich. Und auch die Geburt könnte nur per Kaiserschnitt erfolgen. Andere zweifeln überhaupt, ob die Methode zum gewünschten Erfolg führe. Das Einpflanzen eines Organs zur Wiederherstellung der Fortpflanzungsfähigkeit sei komplexer als andere Transplantationen, erklärte jüngst ein Bioethiker der «Washington Post». Abgesehen von den ethischen Bedenken seien die Risiken für eine mögliche Schwangerschaft mit einer eingepflanzten Gebärmutter nicht abzuschätzen. (cpm)
Erstellt: 22.10.2009, 13:54 Uhr
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