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Amerikanische Motte macht sich im Tessin breit
Bedroht: Weinbau im Tessin. (Bild: Keystone)
Bei dem Schädling handelt es sich um einen Kleinfalter, dessen Raupen Miniergänge in den Blättern bohren, wie die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) am Dienstag mitteilte. Die Rebenminiermotte sei vermutlich von Italien her eingewandert. Erstmals war sie in Europa 1994 im italienischen Venetien gemeldet worden. Heute komme der Schädling in verschiedenen Gegenden Nordostitaliens vor. Der Kleinfalter, der ausgewachsen drei Millimeter lang ist, bringt in Italien drei bis vier Generationen im Jahr hervor. Die Raupen fressen sich durch das Blattgewebe und legen so lange Miniergänge an.
Die ersten Schäden werden Mitte Mai sichtbar und nehmen im Sommer stark zu, wobei dann beinahe das ganze Laub der befallenen Stöcke betroffen ist. Von einem vorzeitigen Abfall des Laubes wurde laut der Forschungsanstalt aber nie berichtet. Starker Befall bleibe lokal beschränkt und komme nicht oft vor. Trotz dieser auffälligen Schäden werde die amerikanische Miniermotte der Rebe als ein Schädling betrachtet, gegen den nur selten direkte Bekämpfungsmassnahmen ergriffen werden müssen. Deswegen wird sie als sekundärer Schädling eingestuft.
Chemische Bekämpfung kritisch
Man müsse aber wachsam bleiben, warnt die Forschungsanstalt. So sei es zurzeit noch schwierig zu beurteilen, ob diese Miniermotte ähnlich wie in gewissen italienischen Rebbaugebieten im Tessin beschränkte Auswirkungen haben werde oder ob starker Befall zu erwarten ist. So hängt der Befallsdruck und die Intensität der Schäden von zahlreichen, zwischen den Regionen stark variierenden Faktoren ab.
Der Schädling breite sich in der Schweiz nur langsam aus, was den ACW-Experten Zeit lasse, dessen eigentliche Schädlichkeit in unseren Gegenden besser zu beurteilen. Aus diesem Grund werde die Forschungsanstalt in den kommenden Jahren die Entwicklung der Populationsdynamik dieses Schädlings verfolgen. Als kritisch erwiesen habe sich die chemische Bekämpfung. Die Angaben, die der Literatur in Bezug auf ein mögliches Bekämpfungskonzept entnommen werden können, seien äusserst spärlich. Daraus werde ersichtlich, dass es heute in der Schweiz kein spezifisches, zugelassenes Produkt gebe. (sam/ddp)
Erstellt: 09.02.2010, 14:59 Uhr
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