Wissen
Steinzeitmenschen benutzten gleiche Wörter wie wir
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 26.02.2009 12 Kommentare
«Wir zwei»: Das sagte schon dieser Steinzeitmensch.
In den modernen indo-europäischen Sprachen wie Deutsch oder Englisch gibt es Wörter, die auch ein Jäger aus der Steinzeit verstehen würde. «Ich», «du», «wir» und «zwei» haben sich in Zehntausenden von Jahren so wenig verändert, dass ein Zeitreisender aus der Vergangenheit sie problemlos wiedererkennen würde. Diese Wörter sind mindestens 15'000 bis 20'000 Jahre alt.
Das haben jetzt Forscher der britischen Universität Reading herausgefunden. Mithilfe eines einfachen Wortschatzes könnten sich ein moderner Mensch und ein steinzeitlicher Jäger problemlos verständigen. «Man könnte natürlich keine komplizierten Diskussionen führen», sagte Forschungsleiter Mark Pagel der Tageszeitung «The Times», «aber man könnte sich zumindest notdürftig verständigen».
Alle indo-europäischen Sprachen analysiert
Die Forscher kamen zu ihren Ergebnissen, indem sie mithilfe von Computern die Sprachentwicklung der indo-europäischen Sprachen akribisch zurückverfolgten – also jener Sprachen, die in Europa, im Nahen Osten und in Indien gesprochen werden, wie der «Telegraph» schreibt.
Pagels Team konnte ausserdem auch aufzeigen, dass Wörter sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verändern. Zahlwörter überdauern laut den Forschern am längsten, gefolgt von Pronomen – weil diese Wortarten am meisten gebraucht werden und sie für den Alltag sehr wichtig sind. Nomen überdauern etwas weniger lang und Verben am kürzesten. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.02.2009, 16:49 Uhr
WRITE A COMMENT
12 Kommentare
Illustrativ an diesem Artikel ist vor allem, dass es sich bei mit solchen Thesen in der Tagespresse zitierten Forschern fast immer um Biologen handelt. Kein ernstzunehmender Sprachwissenschaftler würde die unglaublich naiven Prämissen dieser 'Naturwissenschaftler' akzeptieren, geschweige denn deren Schlüsse teilen. Antworten
@R. Hauser: Da werden sie aber staunen, denn dem war aber so! Allerdings nur an wenigen Orten im Sommer. Welche Sprachen genau gesprochen wurden damals ist in der Tat unklar. Welchen Dialekt Neanderthaler sprachen wissen wir nicht. Aber früher war das Sprachenwirrwarr geringer und die Sprachen näher zusammen. Obwohl Ungarisch, Finnisch, Baskisch eher das Gegenteil glauben lassen. Antworten
Die Steinzeitsprache weist also Ähnlichkeiten mit den heutigen indo-europäischen Sprachen auf. Daher könnte ein heutiger Europäer sich also notdürftig mit Steinzeitmenschen verständigen. Ich habe auch schon versucht, mich notdürftig in einem tschechischen Restaurant zu verständigen (Tschechisch und Deutsch gehören ja zu den indo-europäischen Sprachen). Mein Verständigungserfolg war spektakulär! Antworten
Die Entdeckung ist wirklich interessant! Aber mir kommts ein bisschen vor wie "second life". Als ich einen Bekannten kürzlich drauf ansprach, meinte er: "Bevor ich mich da einklinke, will ich erst mein erstes Leben schaffen". Wer weiss, vielleicht sollten wir mal den gewaltigen Wortschatz reduzieren und gegenseitig einfache und herzliche Worte gebrauchen, um uns heutzutage wieder näher zu kommen? Antworten
Vor 20'000 Jahren lebten meines Wissens noch keine Menschen im Raum der heutigen Schweiz, die zum indo-europäischen Sprachstamm gehörten. Sie kamen erst später aus Osteuropa. Zudem wurden damals die erwähnten Wörter sicher nicht gleich ausgesprochen, wie wir Deutschschweizer das tun. Die Aussagen im obigen Artikel sind also alles Andere als wissenschaftlich zu nennen. Etwas mehr Niveau, bitte. Antworten
Da bin ich aber froh, dass ich das weiss. Denn bisher bin ich in meiner Zeitmaschine immer nur in die Zukunft gereist (da blüht uns was!). Endlich kann ich sicher sein, dass ich mich nun also auch mit Fred Feuerstein & Co. ohne Grunzlaute verständigen könnte. Somit weiss ich, was ich heute abend mache!!! Antworten
Emil Frey AG Autocenter Bern
Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.






Roland Litscher
@D.Meier/F.Nussbaumer: Die meisten Forscher sind ernsthaft arbeitende Menschen. Unter anderem wären die mit Steuergeldern finanzierten Fachinstitute der Universität sicher gerne bereit, unbedarfte Journalisten vor der Veröffentlichung solcher Enten zu schützen. Sie müssten halt einfach fragen. Antworten