Die Baupläne der Mörder
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Zum 65. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung werden in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem erstmals die Baupläne für das Vernichtungslager einem breiten Publikum vorgestellt. Es wird erwartet, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Montag die Ausstellungseröffnung besucht. Am Mittwoch nimmt er dann in Polen an den offiziellen Gedenkfeiern zu dem Jahrestag teil.
Die von der Nachrichtenagentur AP vorab besuchte Ausstellung zeigt ausserdem Aufnahmen der britischen Luftwaffe von dem Lager, in dem in drei Jahren 1,1 Millionen Juden von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Ausserdem präsentiert werden Berichte von zwei jüdischen Lagerinsassen, denen die Flucht gelang, Zitate von SS-Leuten und Gefangenen sowie Fotoaufnahmen.
Ein Geschenk der «Bild»-Zeitung
Die jetzt ausgestellten Baupläne waren 2008 in einer verlassenen Wohnung in Berlin aufgetaucht. Wie sie dorthin gelangten, ist unklar. Ein Teil der insgesamt 28 grossformatigen Bögen wurde im vergangenen Jahr von der «Bild»-Zeitung veröffentlicht. Sie datieren aus den Jahren 1941 bis 1943. Ein Dokument trägt eine Signatur, die von SS-Chef Heinrich Himmler stammen soll. Die «Bild» überreichte im vergangen August die Pläne an Netanyahu.
«Die Originalpläne mit ihren Details zur Errichtung von Auschwitz stellen eine deutliche Illustration der systematischen Bemühungen der Deutschen dar, die 'Endlösung' auszuführen», erklärte der Vorsitzende der Gedenkstätte Yad Vashem, Avner Shalev. Daniel Usiel, historischer Berater der Ausstellung, sagte, die Baupläne lieferten nicht viel Neues, das über das hinausgehe, was bereits bekannt sei. Dennoch beleuchteten sie sehr deutlich «den Prozess, wie Auschwitz aus einem kleinen Konzentrationslager in Polen zum Zentrum des Holocausts wurde». (oku/ddp)
Erstellt: 24.01.2010, 21:35 Uhr
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