Der tragische Wettlauf ins ewige Eis
Von Boris Müller, Mirko Plüss. Aktualisiert am 14.12.2011 5 Kommentare
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Mitten im Heldenzeitalter der Pol-Expeditionen geht 1909 eine Nachricht um die Welt. Die zwei Amerikaner Frederick Cook und Robert Peary melden unabhängig voneinander, dass sie den Nordpol erreicht haben (die Meldungen stellen sich Jahre später als Schwindel heraus). Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen, der das gleiche Ziel hatte, notiert später in sein Tagebuch: «Wenn ich meinen Ruf als Forscher nicht verlieren wollte, musste ich auf die eine oder andere Weise einen spektakulären Sieg erringen. Ich habe mich für ein neues Unternehmen entschlossen.»
Amundsen plante die Eroberung des Südpols unter allergrösster Geheimhaltung. Zu Beginn der Expedition, im August 1910, war nicht einmal seine Schiffscrew eingeweiht. Hintergrund der Geheimniskrämerei war die finanzielle Unterstützung, die Amundsen vom norwegischen Parlament erhielt. Dieses wollte auf keinen Fall, dass die Schutzmacht Grossbritannien auf die Expedition aufmerksam wurde. Denn England schickte selbst einen Abenteurer und Polarforscher auf die prestigeträchtige Mission: den Marineoffizier Robert Falcon Scott.
Motorschlitten gegen Hunde
Amundsen und Scott hatten zwar dasselbe Ziel, jedoch waren ihre Methoden völlig unterschiedlich. Scott brachte moderne Motorschlitten auf die Antarktis. Als sie sich als untauglich erwiesen, setzte er Ponys für den Transport ein. Amundsen, der sich während seiner früheren Arktis-Expeditionen Inuit-Wissen angeeignet hatte, vertraute auf grönländische Hunde. Scott liess seine Männer mühsam durch die Eiswüste wandern, während Amundsen und seine Begleiter geübte Skifahrer waren. In Amundsens Team herrschte zudem ein harter Drill, Widerspruch wurde nicht geduldet. Zwei Expeditionsmitglieder, die Amundsen kritisierten, schickte er kurzerhand auf eine wissenschaftliche Nebenexpedition und brachte sie damit um ihren Teil des Ruhms.
Doch Amundsens Härte zahlte sich schliesslich aus. Am 14. Dezember 1911 erreicht er mit seiner Crew den Südpol und schreibt in sein Tagebuch: «Und so haben wir zuletzt unser Ziel doch noch erreicht. Gott sei Dank!» Gut einen Monat später erreicht auch Scott den Pol. Als gebrochener Mann kehrt er um und kommt in einem Schneesturm ums Leben, nur wenige Kilometer vom rettenden Basislager entfernt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.12.2011, 16:14 Uhr
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5 Kommentare
Ich habe vorgestern eine Dokumentation im ZDF gesehen.Beachtlich was die Männer geleistet haben.Eine Pionierleistung 1A.Schon dass Scott den Briefboten Amundsens (speilen) musste,zeigt schon wie fair und respektvoll beide gegeneinander waren.Eine sehr eindrucksvolle Leistung beider Teams.Chapeau! Antworten
Zwei Aussagen stimmen meines Wissens nicht: (a) Scott traf Amundsen VOR dessen Start auf der Antarktis und war von Amundsens Absichten informiert; er hat sich anschliessen Zeit gelassen. (b) Amundsen hatte einen ziemlich kooperativen Führungsstil. Er hat nur Hjalmar Johansen wirklich zurückgeschickt, der ausrastete und die Führung übernehmen wollte. Antworten
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