...32 Jahren: Der letzte Kopf rollt
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Hamida Djandoubi ist Zuhälter in Marseille. Nachdem er seine Geliebte Elisabeth Bousquet mit Gewalt zur Prostitution zwingen will, wendet sie sich an die Polizei. Daraufhin verbringt Djandoubi 1973 einige Monate im Gefängnis. Wieder auf freiem Fuss schwört er der ehemaligen Freundin Rache. Er entführt die 21-jährige Bousquet, foltert sie mehrere Stunden und erdrosselt sie.
Das zuständige Geschworenengericht in Aix-en-Provence verurteilt Djandoubi am 25. Februar 1977 zum Tode. Hamida Djandoubi versucht das Urteil weiterzuziehen, blitzt aber bei der ersten wie auch der zweiten Instanz ab. Nur einen Tag nach der Verweigerung des damaligen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing, das Urteil in eine lebenslängliche Freiheitsstrafe umzuwandeln, wird die Hinrichtung ausgeführt.
Am 10. September 1977 tritt Djandoubi im Marseiller Gefängnis Les Baumettes, wo die Hinrichtung unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt wird, seinen letzten Gang an. Die deutsche Zeitung «Die Welt» schreibt damals: «Der (...) Todeskandidat zog den Rauch tief in die Lungen ein. Da unterbrach eine Bach'sche Stimme die Stille: ‹So, das reicht jetzt, wir waren grosszügig genug.› Der 28 Jahre alte Tunesier Hamida Djandoubi zuckte nur mit der Schulter; er wusste, was auf ihn wartete.» Um 4.40 Uhr schnellt das Fallbeil nieder.
Ein Klavierbauer konstruiert die Guillotine
Die Guillotine ist 1789 vom Arzt Joseph-Ignace Guillotin erfunden worden. Er wollte das Leiden der Todeskandidaten durch eine Maschine verkürzen, da dem Henker nicht alle Schläge gleich gut gelingen würden. Ein Freund Guillotins, der deutsche Klavierbauer Tobias Schmidt, macht sich schliesslich an die Konstruktion einer solchen Maschine. Er baut eine Maschine, bei der ein abgeschrägtes, 40 Kilo schweres, Fallbeil den Kopf des Verurteilten abtrennt.
Der Tod durch die Guillotine wird in Frankreich erst 1981 abgeschafft. Bis dahin werden noch einige Todesurteile ausgesprochen, die aber nicht mehr vollstreckt, sondern in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt werden. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.08.2010, 14:49 Uhr
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