Wissen

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

H1N1: Kaum ein Deutscher will sich impfen

Aktualisiert am 29.08.2009

Die Mehrheit der Deutschen will sich einer Umfrage zufolge nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen.

Tiefe Impfquote: Nur 13 Prozent der Befragten wollen sich immunisieren lassen.

Tiefe Impfquote: Nur 13 Prozent der Befragten wollen sich immunisieren lassen. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

In der repräsentativen Erhebung des «Spiegels» gaben nur 13 Prozent an, sich immunisieren zu lassen, 25 Prozent wollen die Spritze «wahrscheinlich». Auch die Bundesärztekammer erwartet eine niedrige Beteiligung und warnte, dass die geplante Massenimpfung ein Fehlschlag werden könnte. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte, verantwortliche Politik könne sich «in dieser Frage nicht von augenblicklichen Stimmungen und Umfragen leiten lassen».

Der Umfrage zufolge sind junge Menschen besonders impfmüde: Nur 28 Prozent aller 18- bis 29-Jährigen stehen der Impfung positiv gegenüber. Dabei stammten aus dieser Altersgruppe viele der bislang 15.600 offiziell registrierten Fälle in Deutschland.

«In der Bevölkerung herrscht die Vorstellung vor, die Grippe verlaufe mild», sagte der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger. Dies sei aber nur «eine scheinbare Friedenszeit». Deshalb sehen die Behörden Mobilisierungsbedarf: RKI und Gesundheitsministerium planten für die kommenden Wochen eine Informationskampagne, um vor allem junge Menschen von der Impfung zu überzeugen.

Auch der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, erwartet eine niedrige Beteiligung an der Massenimpfung. «Die Impfaktion wird kein Renner», sagte er dem «Focus». «Von jenen, denen das Vakzin empfohlen wird - Übergewichtige, chronisch Kranke, Einsatzkräfte - wird die Hälfte Folge leisten, in der Gesamtbevölkerung 15 bis 20 Prozent.» Für mehr reichten die Kapazitäten auch gar nicht aus.

Montgomery spricht von Hysterie

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte, Bund und Länder hätten die notwendigen Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen, «darauf können sich die Menschen verlassen». Die Impfung sei freiwillig und jeder, der sich impfen lassen wolle, könne auch geimpft werden.

Die Gesundheitsbehörden haben Impfdosen für 25 Millionen Menschen geordert, Nachbestellungen für weitere 25 Millionen könnten schon Anfang September beschlossen werden. Die ersten Chargen sollen frühestens Mitte September, möglicherweise aber auch erst Mitte Oktober kommen.

«Ich habe Informationen, dass die Firmen nur 1,5 bis zwei Millionen Dosen pro Woche ausliefern werden», sagte Montgomery. «Jeder Impfling erhält zwei Spritzen. Bis Jahresende kann man also vielleicht nur weniger als zehn Millionen Menschen schützen.».

Die Vorbereitungen und Vorhersagen der vergangenen Wochen bezeichnete Montgomery als «Hysterie». Als Klinikarzt habe er mehrere Dutzend Fälle gesehen, die unter normalen Umständen grösstenteils gar nicht in Behandlung gegangen wären. Zur Sicherheit des Impfstoffs sagte er, er wolle niemandem Angst machen, «aber es beunruhigt, dass die verwendete Kombination von Verstärkersubstanz und Impfstoff nicht nach den normalen Standards getestet ist».

Warnung vor Vogelgrippe

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, rechnet aber nicht mit besonderen Nebenwirkungen, weil die Inhaltsstoffe des Impfstoffs bis auf das Antigen des Schweinegrippeerregers nicht neu seien. Bislang gebe es keine Hinweise, dass Inhaltsstoffe gesundheitsschädlich sein könnten, sagte er der «Berliner Zeitung». Er rief Schwangere und chronisch Kranke auf, sich unverzüglich impfen zu lassen, sobald der Impfstoff bereit stehe.

Sowohl Montgomery als auch Löwer warnten vor einer Mischung des Schweinegrippevirus mit dem Erreger der Vogelgrippe. «Dann bietet auch der neue Impfstoff keinen Schutz mehr», sagte Löwer. Montgomery forderte, Deutschland solle Lehren aus dem Umgang mit der Schweinegrippe ziehen: Für den Fall, dass die «viel gefährlichere» Vogelgrippe (H5N1) doch noch zuschlage, dürften man «nicht so lange herumdiskutieren». (bru/ap)

Erstellt: 29.08.2009, 21:29 Uhr

0

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

Noch keine Kommentare

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?





FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.