Ex-Chef der Krisenbank RBS: «Ich behalte jeden Penny»

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 27.02.2009 10 Kommentare

Die Royal Bank of Scotland macht so viel Verlust wie kein britisches Unternehmen zuvor. Doch der frühere Chef Fred Goodwin bezieht jährlich eine Million Franken Rente.

Versteckt sich zur Zeit vor der Öffentlichkeit: Ex-RBS-Chef Fred Goodwin.

Versteckt sich zur Zeit vor der Öffentlichkeit: Ex-RBS-Chef Fred Goodwin. (Bild: Guardian)

Artikel zum Thema

Jedes Jahr bekommt Sir Fred Goodwin 650'000 Pfund (rund eine Million Franken) von seinem früheren Arbeitgeber bezahlt. Und zwar so lange, bis er sein versprochenes Pensions-Guthaben von 16 Millionen Pfund (27 Millionen Franken) aufgebraucht hat. Das enthüllten britische Medien diese Woche. Goodwin hatte den Deal im Herbst ausgehandelt, als er wegen der Milliardenverluste der RBS gehen musste. Er verlangte, dass RBS seine Pension im Sinne einer Abgangsentschädigung auf die 650'000 verdoppelte.

Die Empörung in der Bevölkerung ist gross. Denn unter Goodwins Führung fuhr die Royal Bank of Scotland den grössten Verlust in der Geschichte britischer Unternehmen ein: 24 Milliarden Pfund verlor RBS 2008. Die Bank hat bereits 20 Milliarden Pfund an Steuergeldern bekommen und soll noch einmal 25 Milliarden erhalten – neben einer Staatsbürgschaft über 325 Milliarden Pfund. 20'000 Arbeitsplätze sind gefährdet.

Doch Goodwin klammert sich an sein Geld. «Ich behalte jeden Penny!» wird er heute in der «Daily Mail» zitiert. Die Regierung habe die Pension letzten Herbst abgesegnet, behauptet Goodwin – und bringt damit Premierminister Gordon Brown und Finanzminister Alistair Darling öffentlich in Verlegenheit. Brown rechtfertigt sich: Er und der Finanzminister hätten erst in den letzten Tagen erfahren, dass die Pensionszahlung keine vertraglich zwingende Abgeltung war. Die Regierung prüfe jetzt sämtliche rechtlichen Schritte um sie rückgängig zu machen, wie die «Times» schreibt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.02.2009, 11:28 Uhr

10

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

10 Kommentare

Rüdiger Elies

27.02.2009, 12:00 Uhr
Melden

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert! Der Mann hat doch nichts zu verlieren, natürlich klammert er sich an "seine" Gelder. Zu hinterfragen wäre allenfalls, welche Menschen in Aufsichts- und Kontrollgremien solchen Summen und Konditionen auch noch zugestimmt haben. Es ist ein kleine Kaste von Personen, die einander Posten zuschieben, da tut natürlich niemand dem Anderen weh. Antworten


David Rüegg

27.02.2009, 12:06 Uhr
Melden

"Greedy Moneygrabing Bastards" wie man auf Englisch so schön sagt. Auch Unfähigkeit lässt sich offensichtlich vergolden. Da stellt sich mir die Frage - bin ich noch nicht reich, weil ich zu fähig bin oder weil ich zu viele Skrupel habe? ;-) Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?




Telefonbuch

Marktplatz

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen