Wirtschaft

Ex-Chef der Krisenbank RBS: «Ich behalte jeden Penny»

Die Royal Bank of Scotland macht so viel Verlust wie kein britisches Unternehmen zuvor. Doch der frühere Chef Fred Goodwin bezieht jährlich eine Million Franken Rente.

Versteckt sich zur Zeit vor der Öffentlichkeit: Ex-RBS-Chef Fred Goodwin.

Versteckt sich zur Zeit vor der Öffentlichkeit: Ex-RBS-Chef Fred Goodwin. (Bild: Guardian)

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Jedes Jahr bekommt Sir Fred Goodwin 650'000 Pfund (rund eine Million Franken) von seinem früheren Arbeitgeber bezahlt. Und zwar so lange, bis er sein versprochenes Pensions-Guthaben von 16 Millionen Pfund (27 Millionen Franken) aufgebraucht hat. Das enthüllten britische Medien diese Woche. Goodwin hatte den Deal im Herbst ausgehandelt, als er wegen der Milliardenverluste der RBS gehen musste. Er verlangte, dass RBS seine Pension im Sinne einer Abgangsentschädigung auf die 650'000 verdoppelte.

Die Empörung in der Bevölkerung ist gross. Denn unter Goodwins Führung fuhr die Royal Bank of Scotland den grössten Verlust in der Geschichte britischer Unternehmen ein: 24 Milliarden Pfund verlor RBS 2008. Die Bank hat bereits 20 Milliarden Pfund an Steuergeldern bekommen und soll noch einmal 25 Milliarden erhalten – neben einer Staatsbürgschaft über 325 Milliarden Pfund. 20'000 Arbeitsplätze sind gefährdet.

Doch Goodwin klammert sich an sein Geld. «Ich behalte jeden Penny!» wird er heute in der «Daily Mail» zitiert. Die Regierung habe die Pension letzten Herbst abgesegnet, behauptet Goodwin – und bringt damit Premierminister Gordon Brown und Finanzminister Alistair Darling öffentlich in Verlegenheit. Brown rechtfertigt sich: Er und der Finanzminister hätten erst in den letzten Tagen erfahren, dass die Pensionszahlung keine vertraglich zwingende Abgeltung war. Die Regierung prüfe jetzt sämtliche rechtlichen Schritte um sie rückgängig zu machen, wie die «Times» schreibt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.02.2009, 11:28 Uhr

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10 Kommentare

Andreas Dietrich

27.02.2009, 17:55 Uhr
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Einige sind es halt von Geburt auf gewohnt, dass sie ein Einkommen haben ("bürgerliche Besitzstandgarantie") unabhängig von Leistungen, die sie natürlich von uns Arbeitnehmern knallhart erwarten. Übrigens, sogar wenn ein vorher Reicher zum Sozialfall würde, wird er aufgrund der Besitzstandsgarantie beim Sozialamt mindestens das Doppelte als Einkommen erhalten wie einer, der schon immer arm war! Antworten


Andreas Dietrich

27.02.2009, 17:25 Uhr
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Einige sind es halt von Geburt auf gewohnt, dass sie ein Einkommen haben ("bürgerliche Besitzstandgarantie") unabhängig von Leistungen, die sie natürlich von uns Arbeitnehmern knallhart erwarten. Übrigens, sogar wenn ein vorher Reicher zum Sozialfall würde, wird er aufgrund der Besitzstandsgarantie beim Sozialamt mindestens das Doppelte als Einkommen erhalten wie einer, der schon immer arm war! Antworten


Urs Keller

27.02.2009, 15:26 Uhr
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Jeder ist sich selbst der Nächste, irgendwie verständlich. Aber wenn wir das Banken Desaster anschauen, ist es eine "never ending storie" bis sich der Markt selber reguliert, da sind 30 % der Banken im Eimer, inklusive Citigroup and UBS, die Verstaatlichung ist die einzige Lösung. Nur fehlt dann das Geld für die Wirtschaft, und wir rasseln in eine welt- weite Inflation. Inflation Antworten


Mike Arnold

27.02.2009, 14:57 Uhr
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Es grüsst der Neoliberalismus à la Milton Friedman - ja keine regulierten Märkte da sich alle Marktteilnehmer vernünftig verhalten! Es findet in der Tat ein Wirtschaftkrieg statt und zwar schon seit langer Zeit. Antworten


Peter Brun

27.02.2009, 13:45 Uhr
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Und wie war das mit den in der Schweiz zurückgetretenen und verachteten UBS - Bankern namens Ospel und Wuffli? Sie sind immer noch die einzigen weltweit, von denen man weiss, dass sie 25, resp. 12 Mio ihrer Boni zurückgegeben haben. Eine Tatsache, die sich sehr wohltuend abhebt und die endlich entsprechend auch von all den selbsternannten Kritikern (vor allem Politikern) gewürdigt werden sollte! Antworten


Roland Sautter

27.02.2009, 13:37 Uhr
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Das nächste mal vorher abklären und dann erst unterschreiben, Hr. Brown. Super gemacht, Hr. Premierminister. Ich lese und weiss vorher was ich unterschreibe. Warum Sie nicht? Antworten


Dieter Wundrak

27.02.2009, 13:09 Uhr
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Früher hätte man gesagt, dass ist der totale Krieg. Und so haben schon einige Wirtschaftsbosse dem Volk den totalen Krieg erklärt. Wie? Läuft es nicht, dann stellt man die Leute auf die Strasse. Läuft es, dann verlangt mehr mehr Leistung und für sich als Antreiber noch höhere Boni. Und das nennen dann manche das liberale Gedankengut. Oder: Der Markt wird es schon richten. Und wie er es richtet. Antworten


max lüscher

27.02.2009, 12:08 Uhr
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Was machen eigentlich die Heuschrecken Firmen wurde schon lange nichts mehr geschrieben über Sie. Sind die Pleite oder sitzen die in den USA im Knast. Antworten


David Rüegg

27.02.2009, 12:06 Uhr
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"Greedy Moneygrabing Bastards" wie man auf Englisch so schön sagt. Auch Unfähigkeit lässt sich offensichtlich vergolden. Da stellt sich mir die Frage - bin ich noch nicht reich, weil ich zu fähig bin oder weil ich zu viele Skrupel habe? ;-) Antworten


Rüdiger Elies

27.02.2009, 12:00 Uhr
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Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert! Der Mann hat doch nichts zu verlieren, natürlich klammert er sich an "seine" Gelder. Zu hinterfragen wäre allenfalls, welche Menschen in Aufsichts- und Kontrollgremien solchen Summen und Konditionen auch noch zugestimmt haben. Es ist ein kleine Kaste von Personen, die einander Posten zuschieben, da tut natürlich niemand dem Anderen weh. Antworten



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