Wirtschaft
Wo steckt Stanford? Das FBI jagt einen Milliardär
Von Norbert Raabe. Aktualisiert am 19.02.2009 8 Kommentare
Artikel zum Thema
Bislang ist der Milliardär Allen Stanford trotz seiner auffälligen Erscheinung nirgends gesichtet worden. Die Security and Exchange Commission (SEC), die ihm Betrug im Wert von mehr als 9 Milliarden Dollar vorwirft, teilte laut der britischen Zeitung «The Times» mit, dass sie nicht wisse, wo er sei. Die Anrufbeantworter seiner Büros in den USA spielen nur noch eine Kurznachricht ab: «Dieses Büro ist vorübergehend geschlossen. Wir wünschen Ihnen einen grossartigen Tag.»
Die Fensterläden von Stanfords Villa auf der Antillen-Insel Antigua sind heruntergelassen, und laut dem Bericht teilte ein Wächter mit, dass der Besitzer nicht daheim sei. Nach Angaben von Ortskundigen besitzt der mutmassliche Betrüger ein Flugzeug und eine Yacht, doch ob er auf diesem Weg verschwunden sei, blieb offen. Die Behörden jedenfalls wurden von einer Ausreise nicht informiert.
Hoffnung auf verbliebene Aktiva
Zugleich suchen die amerikanischen Behörden fieberhaft nach 50 Milliarden Dollar an Kapital, das mit Stanford in Verbindung gebracht wird. Auch in anderen Regionen läuft die Fahndung nach Geldern aus dem Imperium des Verdächtigen, der nach eigenen Angaben Kunden in insgesamt 140 Ländern hatte.
Geldwäsche für ein Drogenkartell?
Zugleich wurde bekannt, dass das amerikanische FBI den Milliardär offenbar verdächtigt, Gelder für berüchtigte Gulf-Cartell in Mexiko gewaschen zu haben, das Heroin, Kokain, Marihuana und andere Drogen in grossem Stil in die Vereinigten Staaten schleust. Dies berichtete der TV-Sender ABC. Weiter hiess es, dass einer von Stanfords Privatjets im Zuge einer Untersuchung beschlagnahmt worden sei.
Ein skandalöses Ende einer «Karriere», die Stanford nicht nur reich, sondern auch prominent gemacht hatte. Er sponsorte die Präsidentschaftskampagne von Barack Obama und verpflichtete den Fussballstar Michael Owen als weltweiten Botschafter für seine Finanzgruppe. Viele Sportler im Tennis und in Basketball- und Cricketmannschaften profitierten von den Millionen, die er grosszügig verteilte. Nun sucht ihn das FBI. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.02.2009, 11:10 Uhr
WRITE A COMMENT
8 Kommentare
Es ist einfach nur noch Beschämend, was wir Normalos jeden Tag zu lesen bekommen und es handelt sich nicht um Offizialsdelikte, NEIN, es sind Machenschaften in einem Umfang, wo wir nicht mehr mitdenken können. Ich schäme mich für alle Verantwortlichen und mein Mitleid geht an alle Hungernden auf dieser Welt. Geldgier herrscht überall auch im kleinsten Kreise und zerstört alles. Schämt Euch alle. Antworten
Toll. Drogengelder gewaschen und Rudolf K. Sprüngli sitzt auch im Beirat von Stanford. Da waren wohl die Kakao-Säcke, die nach Kilchberg gingen, nur zur Hälfte mit Kakao gefüllt... Hat mich schon lange gewundert, ob die Logistik von Multis, z.B. Nestlé, nicht für solche Aktivitäten verwendet wird. Man braucht nur ein paar Manager zu kaufen oder zu erpressen, et voilà. Perfekt versteckt. Antworten
Statt sich auf ein paar Steuerhinterzieher und die UBS einzuschiessen, hätten sich die Führer des ach so gelobten Landes USA doch lieber den fundamentalen Kontrollen ihres Finanzsystems gewidmet. Es ist ja sowas von bezeichnend, dass diese Betrügerbande zum Grossteil dort angesiedelt und auch die Finanzkrise durch das dümmliche Kredit-/Konsumverhalten in den USA ausgelöst worden ist. Antworten








Paul Thürig
Vielleicht geniesst er mit russischen Oligarchen "unbeschwerte" Skiferien in St.Moritz? Antworten