«Wir sind nicht die einzigen, die das UBS-Papier erhalten haben»
Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 22.04.2009 22 Kommentare
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Die Vorwürfe der ZDF-Sendung «Frontal21» sind happig: Die UBS soll Ende 2007 für deutsche Kunden rund 36'000 Stiftungen in Liechtenstein betreut haben. Die Sendung beruft sich dabei auf ein vertrauliches Papier der UBS-Vermögensverwaltung vom 14. Februar 2008, das an den Leiter des Wealth Managements Benelux und Deutschland gerichtet ist: Arthur Decurtins. Laut dem internen Memo kamen rund 16'000 UBS-Stiftungen in anderen Steueroasen dazu, darunter 8600 in Panama. Die UBS sagt, das Papier sei eine Fälschung. «Die Zahlen sind falsch, das Format ist falsch. Zudem hatte Arthur Decurtins zum benannten Zeitpunkt keine Funktion in Bezug auf Deutschland», sagt Sprecher Serge Steiner. Die UBS werde nun das Gespräch mit «Frontal21» suchen.
Beim ZDF hält man trotzdem am Bericht fest: «Wir sehen keinen Grund, den Beitrag zurückzuziehen», sagt Steffen Judzikowski, einer der Autoren, auf Anfrage von Bernerzeitung.ch/Newsnet. Von der UBS habe man noch keine Angaben erhalten, die an der Echtheit des Papiers zweifeln liessen. Judzikowski betont zudem, nicht nur dem ZDF sei das Memo zugespielt worden. «Wir sind nicht die einzigen in Deutschland, die das UBS-Papier erhalten haben». An wen genau die Informationen sonst noch gelangten – andere Medien oder offizielle Stellen – wollte er nicht ausführen. Auch die Frage, ob Schweizer oder Deutsche UBS-Angestellte das vertrauliche Papier herausgaben, wollte er nicht beantworten, um seine Quellen zu schützen.
«Frontal21» hatte UBS schon einmal im Visier
Schon vor einem Jahr sorgte ein Beitrag vom ZDF für Aufregung: Damals gaben sich Reporter von «Frontal21» bei der UBS als potenzielle Kunden aus, die Geld am deutschen Fiskus vorbeischmuggeln wollen. Dazu besuchten sie die UBS-Filiale im deutschen Baden-Baden. Dies und alle weiteren Schritte wurden mit versteckter Kamera gefilmt. Darauf kam es zu einem Treffen mit einem Schweizer Aussendienstmitarbeiter, wo den falschen Kunden gesaht wurde, dass man Geld problemlos «insolvenzsicher» anlegen könne. Der Berater empfahl eine Kombination von Anlage bei der UBS in Singapur mit Liechtensteiner Stiftung. Nach der Sendung nahm die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Mannheim Ermittlungen gegen die UBS wegen Steuerhinterziehung auf. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.04.2009, 17:45 Uhr
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