«Wir müssen die Strompreise erhöhen»

Aktualisiert am 09.03.2010

Die Stromholding Axpo will trotz politischem Widerstand Tariferhöhungen durchsetzen. In einem Interview sagt VR-Präsident Robert Lomabrdini, warum dies unumgänglich sein soll.

«Unsere Rentabilität sinkt rapid»: Robert Lombardini.

«Unsere Rentabilität sinkt rapid»: Robert Lombardini. (Bild: Keystone)

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«Es wird sicher nicht leicht, doch wir müssen die Strompreise erhöhen, weil unsere Rentabilität rapid sinkt», sagt Axpo-Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (Mittwochausgabe). «Wenn wir die enormen Investitionen in neue Kraftwerke und ins Netz nicht finanzieren können, beeinträchtigt dies die Versorgungssicherheit.»

«Weder den von der Axpo (AXP10 105.3 -0.05%) belieferten Kantonswerken noch der Wirtschaft wäre damit gedient, wenn man uns aushungern würde und wir deshalb nicht in neue Anlagen investieren könnten», sagte der Verwaltungsratspräsident weiter.

Nicht glücklich mit Liberalisierung

Auch mit dem bisherigen Verlauf der Strommarkt-Liberalisierung in der Schweiz ist Lombardini alles andere als glücklich. Man müsse sich die Frage stellen, ob der Schweizer Elektrizitätsmarkt für die Liberalisierung nicht zu klein sei. Er denke dabei daran, wie viel Personal die Axpo und andere Überlandwerke allein für die Marktöffnung hätten einstellen müssen und wie kompliziert der Betrieb des Übertragungsnetzes geworden sei. Die Effizienz habe sich dadurch verschlechtert, was nicht das Ziel gewesen sei.

Er glaube zwar an die freie Marktwirtschaft, aber er habe bisher noch keine eindeutige Antwort darauf, ob sich ein infrastrukturierter Markt, in dem es um den Service public gehe, sinnvoll und klug liberalisieren lasse.

Schande für die Branche

Im Telecom-Markt sei die Liberalisierung erfolgreich verlaufen, weil es gleichzeitig zu einem Innovationsschub durch das Aufkommen des Mobilfunkes gekommen sei. Weniger gut funktioniert habe es hingegen mit der Wasserversorgung und dem Bahnverkehr in England oder mit der Strommarkt-Liberalisierung in Kalifornien.

Lombardini empfindet es als eine Schande für die Branche, dass sie sich bei den Standorten für neue Kernkraftwerke noch nicht habe einigen können. Wenn in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehe, es gehe um Macht, Marktanteile und damit letztlich um Gewinne, beeinträchtige dies das Vertrauen in die Strombranche - und dies sei eine Katastrophe. (vin/sda)

Erstellt: 09.03.2010, 20:04 Uhr

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