Wie der Bären-Hunger gestillt werden soll
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 06.02.2012 7 Kommentare
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«Die nächste Akquisition findet in der Schweiz statt.» Julius-Bär-Chef Boris Collardi findet klare Worte für die Übernahmeabsichten des grössten reinen Schweizer Vermögensverwalters anlässlich der Jahrespressekonferenz. Bär verwaltet mit Stand Ende 2011 rund 170 Milliarden Franken und verfügt über Barmittel in der Höhe von mehr als 4 Milliarden Franken. Die Kasse ist prall gefüllt. Bär selbst ist an der Börse etwas mehr als 7 Milliarden Franken wert.
Dieter Enkelmann, Finanzchef der Bär-Gruppe, bestätigt die Ankündigung seines Chefs Collardi. Noch einmal will man sich ein attraktives Übernahmeziel wie Sarasin offenbar nicht durch die Lappen gehen lassen. Julius Bär (BAER 31.06 0.52%) hatte im Bieterkampf um die Basler Privatbank Sarasin gegen die brasilianische Safra vor wenigen Monaten das Nachsehen. Collardi gestand vor Analysten ein: «Die Strategie, die wir wählten, hat wohl nicht zum Erfolg geführt. Die Angebotsausführung ging sehr rasch über die Bühne und musste zu 100 Prozent in bar und in signifikanter Höhe bezogen auf den Firmenwert erfolgen.»
Spekulation um Übernahmeziele
Im Gespräch mit Bernerzeitung.ch/Newsnet lässt Enkelmann nun durchblicken, um welche Übernahmekandidaten es sich handeln könnte: «In Frage kommen Banken mit einem Portfolio im Gesamtwert von 10 bis 13 Milliarden Franken.» Insbesondere Schweizer Töchter von Auslandsbanken haben die Bären im Visier.
Das nährt die Spekulationen. Gemäss der internationalen Privatbanken-Studie der Universität Zürich für das Jahr 2011 kristallisieren sich elf Banken als potenzielle Übernahmeziele heraus: Rothschild, Merril Lynch, Falcon, Hapoalim, Syz, Barclays, Hyposwiss, Bordier, Goldman, Morgan Stanley und PKB. Alle diese Banken verfügen mit Stand 2010 über verwaltete Kundenvermögen zwischen 7 und 13 Milliarden Franken.
«Goldman, Merril und Morgan wollen eher zukaufen», sagt ein Analyst, der nicht namentlich genannt werden will. Unter Analysten gilt auch die Falcon Privatbank eher nicht als Übernahmekandidat, weil diese vor nicht allzu langer Zeit an einen Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verkauft wurde. Die israelische Hapoalim steht derzeit im Kreuzfeuer der US-Justiz und die Marke Rothschild dürfte eher nicht vom Markt verschwinden, heisst es weiter.
Kauft Bär Barclays Schweiz?
Die Schweizer Filiale der Banco Santander könnte aus Sicht von Julius Bär schon eher Sinn ergeben. Vor allem hinsichtlich der Expansion nach Brasilien wäre das eine sinnvolle Ergänzung zum Südamerika-Geschäft der Bär-Gruppe. Allerdings lag per 2010 das Kundenvermögen bei mehr als 13 Milliarden Franken und die Verbindlichkeiten der Bank gegenüber dem spanischen Kreditsektor könnten eher eine Belastung als ein Asset im Portfolio bedeuten. Für die anderen Banken sehen die Analysten theoretisch Potenzial, von Julius Bär übernommen zu werden, wobei die Barclays Bank für Marktbeobachter das wahrscheinlichste Übernahmeziel darstellt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.02.2012, 19:48 Uhr
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7 Kommentare
Nun ist aber bekannt geworden dass Bär im Focus der USA steht und sich auf eine Milliarden Klage
vorbereiten muss. Auch die BKB steht am Pranger. Kein Globalabkommen wie von BR EWS angestrebt wird die Probleme lösen, denn die Amis wollen nicht. Hat man die Bankdaten der CS schon an das IRS / DOJ abgeschickt ?........... Fortsetzung folgt.
Antworten
Anstelle von Akquisitionen, warum nicht die Eigenkapitalquote erhöhen um zukünftige und unvorhergesehene Probleme meistern zu können? Ja, die Boni werden dadurch kleiner ausfallen, aber eine Bank soll vor allem SICHER sein und nicht eine Geldmaschine für die Top Manager. Abgesehen davon, würde dies am meisten Kunden anlocken, wenn man mit viel höherer Eigenkapitalquote operiert als der Rest. Antworten
Wirtschaft
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