Wenn Lufthansa die Muskeln spielen lässt, zittern die Kleinen
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Vor knapp zwei Jahren war in der Aviatik-Szene die Aufregung gross. Neuling Air Berlin erdreistete sich, ausgerechnet Marktleader Lufthansa (LHA 8.483 -0.50%) auf einer der wichtigsten Strecken des Landes zwischen Hamburg und Frankfurt Konkurrenz zu machen. Die Lufthansa-Konzernleitung schimpfte wie ein Rohrspatz. Von einem «Frontalangriff» war da die Rede oder gar von einem «Kampf», den die Air Berlin eröffne.
Die Strecke Hamburg–Frankfurt ist nach München–Hamburg und München–Berlin die deutsche Strecke mit dem höchsten Passagieraufkommen. Sie ist laut einem Bericht der «Financial Times Deutschland» auch deshalb besonders wichtig, weil die Route über das grösste Lufthansa-Drehkreuz führt.
Der Aufschrei der Lufthansa hat gewirkt
Der laute Aufschrei vonseiten der Lufthansa scheint nun gewirkt zu haben. Bereits im Oktober zieht sich Air Berlin zurück. Ein Sprecher der Airline will dies gegenüber der FTD allerdings nicht bestätigen. Nach offizieller Redeart ist die lukrative Strecke zwischen Hamburg und Frankfurt dem Sparkurs zum Opfer gefallen.
Air Berlin ist im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht und will nun Flüge streichen. Jedoch werde dies möglicherweise nicht ausreichen, um 2011 ein positives operatives Ergebnis (Ebit) zu erreichen, teilte Air Berlin vor Wochenfrist mit. Im zweiten Quartal kletterte der Quartalsumsatz der Airline um 27,3 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro und blieb damit hinter den Erwartungen des Unternehmens zurück.
Der operative Verlust weitete sich auf 32,2 (minus 28,2) Millionen Euro aus. Die Fluggesellschaft machte dafür die Auswirkungen der Unruhen in Nordafrika, den hohen Ölpreis und die Luftverkehrssteuer verantwortlich. Um in die Gewinnzone zurückzukehren, will der Lufthansa-Konkurrent Flüge streichen. Dadurch sollen im zweiten Halbjahr über eine Million weniger Sitzplätze angeboten werden. Welche Strecken betroffen sind, will Joachim Hunold, Chef der Air Berlin, im Lauf der Woche kommunizieren.
Trotz Liberalisierung Monopole schaffen
Eines ist aber jetzt schon klar. Wenn die grosse Lufthansa mit den Muskeln spielt, wird es für die kleineren Anbieter schwierig. Die Lufthansa ist auf ihrem Heimmarkt die klare Nummer eins. Auch in Zeiten der Liberalisierung ist ihre Marktmacht dermassen gross, dass sie Rivalen verdrängen und sich auf lukrativen Routen faktische Monopole schaffen kann.
Bis jetzt nahm erst die deutsche Tochter der British Airways den Fehdehandschuh auf und flog auf einer lukrativen Route. Die Briten gaben nach kurzer Zeit entnervt auf und überliessen der Lufthansa die Strecke Frankfurt–München, wie die «Financial Times Deutschland» weiter schreibt. Die Lufthansa hatte die Preise so stark gesenkt, dass sich ein Betrieb der Strecke für den Rivalen schlicht nicht mehr lohnte. (pbe)
Erstellt: 17.08.2011, 21:00 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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