Wirtschaft
Was es für die Schweiz heisst, ihr Schwarzgeld zu verlieren
Dossiers
Artikel zum Thema
Seit Monaten versuchen die Banken dem Scheinwerferlicht zu entkommen. Gelungen ist ihnen das bisher nicht. Im Gegenteil, der Bankenplatz Schweiz ist in den letzten Wochen nur noch weiter unter Druck geraten.
Der Bundesrat sei den Geldinstituten keine Hilfe. Die Regierung hat Probleme an allen Ecken und Enden.Mit den USA, mit Italien, mit Frankreich und mit Deutschland liegt die Schweiz im Steuer-Streit. Die Fronten sind verhärtet, denn es geht hüben wie drüben um Milliarden von Franken.
Rund 4000 Milliarden lägen derzeit auf Schweizer Bankkonten, berichtet das Wirtschaftsmagazin «Eco» des Schweizer Fernsehens. Die Hälfte dieses Geldes komme aus dem Ausland. Nochmals die Hälfte davon stamme aus der Europäischen Union. 80 Prozent dieses Vermögens sei nicht versteuert. Es gehe um ca. 800 Milliarden Franken.
Die goldenen Zeiten des «Offshore Bankings» seien definitiv vorbei, sagte ein Privatbanker gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «Eco». Unter Offshore Banking versteht man, wenn Kunden mit ihrem Geld in die Schweiz reisen, um es hier zu deponieren. Es handle sich meistens um reiche Ausländer, die ihr unversteuertes Vermögen anlegen wollten. Ein Viertel davon stamme aus Deutschland, der Rest komme aus Frankreich und Italien.
20'000 Arbeitsplätze bedroht
Besonders betroffen von Schwarzgeldkonten seien die Auslandsbanken in der Schweiz. Dabei gehe es um insgesamt 20'000 Arbeitsplätze, die gefährdet seien.
Jetzt noch weiter auf Schwarzgeld-Zuflüsse aus dem Ausland zu bauen sei schlicht dumm, so der Banker. Die Banken müssten einen neuen Weg einschlagen, Filialen im Ausland eröffnen und damit dem Kunden entgegenkommen. Dafür jedoch brauche es Ressourcen, um neue Produkte anbieten zu können und Marketing zu betreiben.
Der Privatbanker spricht Klartext: Für Unternehmen mit einem Vermögen unter 10 Milliarden werde es sehr schwierig werden in der Zukunft. Rund ein Drittel der Schweizer Banken liege darunter und werde damit zur Beute, um von grösseren Geldinstitutionen geschluckt zu werden. Doch im Moment wage sich noch niemand, andere zu übernehmen. Denn man wisse nicht, wie viele Schwarzgeldkonten man damit auch gleich übernehme.
Neben den europäischen Steuersündern komme jedoch auch viel Geld aus Südamerika, aus Afrika und teilweise aus dem asiatischen Raum. Für diese Staaten sei vor allem unsere Rechtssicherheit entscheidend. Diese sei jetzt unser grösstes Kapital, so der Banker. (tan)
Erstellt: 08.02.2010, 23:32 Uhr
Wirtschaft
Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft
Emil Frey AG Autocenter Bern
Sagen Sie es nicht! Tabusätze in der Beziehung
PublireportageIhre bernerzeitung.ch
-
bernerzeitung.ch als Startseite Machen Sie bernerzeitung.ch zu Ihrer Startseite. -
Newsletter Wählen Sie, wann der Newsletter an Ihre Mail-Adresse geliefert werden soll. -
RSS-Feeds Abonnieren Sie die Schlagzeilen von bernerzeitung.ch -
bernerzeitung.ch auf facebook.com Werden Sie ein Freund / eine Freundin von bernerzeitung.ch -
Twitter-Feed Folgen Sie bernerzeitung.ch auf twitter.com




