Volkswagen steuert die Weltspitze an
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Europas grösster Autobauer strebt mit Macht an die Weltspitze. Mit dem Einstieg beim japanischen Autobauer Suzuki baut VW seine Position in den asiatischen Wachstumsmärkten und bei Kleinst- und Kleinwagen massiv aus.
1,7 Milliarden Euro zahlt VW, um sich mit knapp 20 Prozent an Suzuki zu beteiligen und bei den Japanern eine beherrschende Stellung zu bekommen. Suzuki wiederum plant, die Hälfte des Kaufpreises in VW-Aktien zu investieren.
Volkswagen, (VW 121.5 1.08%) so schreiben sämtliche grossen deutschen Medien, will nichts weniger als die Weltherrschaft. Eine «Welt AG», wie «Sueddeutsche.de» schreibt. Das erinnert an die Ära von Daimler-Chrysler. «Was vor Jahren dem Globalfanatiker Jürgen Schrempp bei Daimler nicht gelang, soll nun bei VW wahr werden», so das Blatt.
50 Prozent Martkanteil in Indien
Der VW-Konzern will durch die Allianz mit Suzuki vor allem seine Präsenz bei günstigen Kleinstwagen stärken, bei denen die Wolfsburger bislang nur schwach vertreten sind. Die Japaner, die auch kleinere Geländewagen und Motorräder bauen, sichern sich mit der Partnerschaft den Zugriff auf VW-Technologien.
Mit der Allianz verschafft sich VW eine bessere Position in den asiatischen Wachstumsmärkten. Denn Suzuki ist dort stark, wo der VW-Konzern bislang noch «weisse Flecken» auf der Weltkarte hat und schwach vertreten ist: In Indien, Japan und Südostasien.
In Indien zum Beispiel ist Maruti Suzuki mit weitem Abstand Marktführer. Der japanische Autobauer hält auf dem boomenden Automarkt des Subkontinents einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. VW dagegen spielt dort bisher so gut wie keine Rolle.
«Damit haben sie den Schlüssel»
VW macht mit Suzuki einen wichtigen Schritt nach vorne. «Damit haben sie den Schlüssel, weltweit die Marktführerschaft zu erringen», sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Bis spätestens 2018 will VW - derzeit die Nummer drei - den japanischen Autoriesen Toyota als weltweiten Branchenprimus ablösen.
Die vor zwei Tagen übernommene Porsche wird die zehnte Marke im Konzern; die VW-Spitze peilt aber den Ausbau auf zwölf Marken an. Aus Sicht von Branchenexperten ist der Einstieg mit knapp 20 Prozent bei Suzuki erst der Anfang. Autoexperte Dudenhöffer etwa geht davon aus, dass VW Suzuki in den nächsten fünf bis zehn Jahren komplett übernehmen wird.
Seit langem arbeitet VR-Präsident Ferdinand Piëch ausserdem an einer Lastwagen-Allianz aus VW, MAN und Scania unter dem Dach des VW-Konzerns. Erwartet wird, dass VW spätestens 2011 seinen Anteil von bislang knapp unter 30 Prozent an MAN aufstockt, um die Kontrolle über die Münchner zu bekommen.
Warnung vor Übermut
Experten warnen, VW könne sich mit den vielen Aufgaben übernehmen: «Problematisch bei der Themenvielfalt erscheint, dass der Fokus gegenwärtig weniger auf das operative Geschäft - den Autobau - gerichtet ist», sagte Frank Schwope, Analyst bei der Bank Nord/LB.
Obwohl VW besser aufgestellt sei: Mit Daimler sei vor einigen Jahren ein deutscher Konzern mit den Plänen einer «Welt AG» gescheitert.
Investitionsbedarf treibt zu Übernahmen
Weltweite Überkapazitäten und notwendige Milliardeninvestitionen ins neue Elektro-Zeitalter treiben in der Autoindustrie weltweit einen Konzentrationsprozess voran. Erst vor wenigen Tagen hatte der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën angekündigt, beim japanischen Konkurrenten Mitsubishi einzusteigen. Der krisengeschüttelte US-Autobauer Chrysler hat sich in die Hände des italienischen Konzerns Fiat begeben - und Daimler und BMW prüfen seit längerem eine engere Zusammenarbeit. (oku/sda)
Erstellt: 09.12.2009, 16:42 Uhr
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