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Villiger: Ohne Bundeshilfe hätte die UBS riskiert, unterzugehen

Aktualisiert am 10.09.2009

UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger sagt in einem Interview, dass der Tournaroud der Bank nicht eine Frage des «ob, sondern des wann und wie stark» sei.

Kein Verständnis für das Handeln des alten Managements: Kaspar Villiger.

Kein Verständnis für das Handeln des alten Managements: Kaspar Villiger.
Bild: Keystone

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US-Gericht findet bei UBS Hinweise auf Betrug

Ein Gericht im US-Bundesstaat Connecticut hat «hinreichenden Verdacht» für einen Wertschriftenbetrug der Grossbank UBS gefunden. Es ordnete an, dass die UBS Vermögenswerte verpfändet oder eine Bürgschaft von 35 Mio. Dollar hinterlegt. Angestellte der UBS hätten Kreditderivate (Collateralized Debt Obligation Notes) als Wertschriften mit Anlagequalität verkauft, die sie intern als «Abfall» bezeichneten, erklärte Oberrichter John Blawie laut den Anwälten des Finanzinvestors am Mittwochabend. Es gebe Hinweise, dass die UBS dabei vertrauliche Informationen über eine bevorstehende Rating-Abstufung benutzt habe, an die sie über die Beziehung zu den Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's gelangt sei.

Die UBS erklärte, die Entscheidung des Gerichts, dass der Angeklagte eine Sicherheit hinterlegen müsse, sei eine vorläufige Massnahme in einem laufenden Verfahren. Es handle sich nicht um eine Vorhersage des Ergebnisses des Verfahrens. Die UBS sei zuversichtlich, dass das Gericht in der Hauptsache zu ihren Gunsten entscheiden werde.

In guten Zeiten werde die Wichtigkeit von Vertrauen und Einhaltung der Gesetze unterschätzt, sagte der Alt-Bundesrat in der am Donnerstag erschienen Ausgabe des «Schweizer Arbeitgebers». Jetzt habe sich aber gezeigt, dass der Verstoss gegen diese Werte Konsequenzen habe. «Die UBS ist in einer grausamen Weise bestraft worden», sagte Villiger. Wie die Bevölkerung könne auch er nur schwer verstehen, wie es so weit habe kommen können. «Die Verantwortlichen waren Fachleute, die gelobt wurden, Erfolg hatten, als Verwaltungsrat des Jahres, als beste Bank gefeiert und beklatscht wurden», fügte er an. Es sei nicht früh genug erkannt worden, dass dieser Expansionsdrang einen Preis habe.

Villiger fügte an, ohne Bundesunterstützung hätte die UBS riskiert, unterzugehen. Der Bundesrat - vor allem seine Delegationen und auch die Verhandlungsdelegation in Amerika - hätten eindrückliches Krisenmanagement geleistet. Villiger nimmt zudem nicht an, dass seitens der Amerikaner auf andere Banken ähnlicher Druck ausgeübt wird. «Ein genereller Druck würde dann entstehen, wenn andere Banken ihren Kunden systematisch und im gleichen Umfang wie die UBS geholfen hätten, Steuern zu hinterziehen», sagte Villiger. Das könne er nicht beurteilen, er nehme es aber nicht an.

Kritik an gesetzlichen Vorgaben

Die Aufgabe des UBS-Managements ist laut Villiger jetzt die Zukunftsbewältigung. «Unser Turnaround ist nicht mehr eine Frage des 'ob', sondern eine des 'wann' und 'wie stark'», sagte Villiger. Er gehe davon aus, dass es noch eine gewisse Zeit brauche, bis sich das Vertrauen wieder einstelle. «Wir müssen durch konkretes Handeln beweisen, dass für uns der Kunde und nicht der Bonus im Vordergrund steht», fügte der ehemalige Finanzminister an. Die Führung müsse jetzt glaubwürdig vorleben, in welche Richtung es gehe. Zudem müssten transparente Anreizsturkturen so geschafft werden, dass langfristig gedacht und nicht der kurzfristige Scheingewinn belohnt werde. «Und es muss nicht nur Bonus, sondern auch Malus geben», sagte Villiger. Die von der Finanzmarktaufsicht vorgegebenen Grundsätze seien durchaus sinnvoll. Auch mit den neuen Eigenkapital-Vorschriften und der Leverage-Ratio sei die UBS grundsätzlich einverstanden. Wenn aber zu viel und zu schnell Kapital und Liquidität verlangt werden, führe das letztlich zu einer Verteuerung und einer Verknappung von Krediten. «Das muss abgewogen werden», sagte Villiger. (cpm/ap)

Erstellt: 10.09.2009, 10:56 Uhr

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