«Verratene US-Kunden» planen Sammelklage gegen die UBS
«UBS-Kunden wurden 'verseckelt'»: Konrad Hummler. (Bild: Keystone)
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Die UBS scheint dank dem aussergerichtlichen Vergleich vorderhand Ruhe zu haben vor dem amerikanischen Staat. Doch nun droht Ungemach von Seiten der «verratenen US-Kunden», die rund vier Milliarden Franken Strafsteuern zahlen sollen. Dies schreibt die Zeitung «Sonntag». Ein Rechtsanwalt aus England arbeite an einer Sammelklage gegen die UBS: Geoffrey Vallance Morson, ein Spezialist für internationales Recht, sucht per E-Mail Anwälte, die mitmachen. Morson wolle sich nicht in die Karten blicken lassen und verweigere konkrete Auskünfte. In einem E-Mail spricht er einzig von «verschiedenen rechtlichen und sachlichen Angelegenheiten», die im Zusammenhang mit der UBS in den USA und in der Schweiz einer Klärung harrten, wie die Zeitung berichtet.
«Es würde mich nicht überraschen, wenn verärgerte UBS-Kunden die Bank einklagen würden», sagt David Rosenbloom, ein Steueranwalt, der in der Washingtoner Kanzlei Caplin & Drysdale tätig ist. Und der Zürcher Wirtschaftsanwalt Andreas Rüd erklärt: «Es ist nicht korrekt, wenn nun die Kunden für ein Fehlverhalten der Bank bezahlen sollen.» Offensichtlich habe die UBS ihre Kunden nicht richtig beraten. Nach Abschluss eines aussergerichtlichen Vergleichs zur Beilegung des UBS-Steuerstreits könnte sie nun «hier in der Schweiz oder in den USA zur Rechenschaft gezogen werden», sagt Rüd.
In den USA läuft bereits ein solches Verfahren, das Beobachter als Testfall bezeichnen. Der russisch-amerikanische Milliardär Igor Olenicoff klagte die UBS im September 2008 auf 500 Millionen Dollar Schadenersatz ein. Denn die Bank habe ihn, den aufgeflogenen Steuerhinterzieher, schlecht beraten. In diesem komplizierten und hart umkämpften Fall gibt es noch kein Urteil.
Kunden sind die «Gelackmeierten»
In Fachkreisen wird inzwischen massive Kritik am UBS-Vergleich geübt. Privatbankier Konrad Hummler sagt zur Zeitung «Sonntag»: «Falls die UBS neuerlich Kundendaten herausrückt, handelt es sich um einen Treuebruch.» Dieser Treuebruch werde «auf dem Schweizer Private Banking und auf unserem Land lasten». Die Kunden seien die «Gelackmeierten». Und weiter sagt Hummler: «Es darf nicht sein, dass wir in den Ruf geraten, zur Rettung der eigenen Haut die anderen zu 'verseckeln'.»
Der Zürcher Bankenprofessor Hans Geiger, Doyen des Swiss Banking Institute, beurteilt den Vergleich so: «Es gibt zwei Sieger: die UBS, die ihr Überleben sichern konnte, und die amerikanische Steuerbehörde IRS, die sich im Wesentlichen durchsetzte.» Und die Verlierer? «Ganz klar die Schweiz und unser Finanzplatz. Jetzt ist klar, dass auch Deutschland und Italien Druck machen werden.» (vin)
Erstellt: 16.08.2009, 00:40 Uhr
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