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Vekselberg gibt Mehrheit in Oerlikon-Verwaltungsrat ab

Aktualisiert am 04.05.2010

Beim angeschlagenen Schweizer Technologiekonzern sind für den Verwaltungsrat zwei weitere unabhängige Vertreter nominiert.

Kontrolliert OC Oerlikon nicht mehr voll und ganz: Viktor Vekselberg.

Kontrolliert OC Oerlikon nicht mehr voll und ganz: Viktor Vekselberg.
Bild: Reuters

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Damit gibt Grossaktionär Viktor Vekselberg, wie mit den kreditgebenden Banken vereinbart, die Mehrheit im Aufsichtsgremium ab. Neue Verwaltungsräte werden sollen der Deutsche Wolfgang Tölsner sowie der Österreicher Gerhard Pegam, wie OC Oerlikon (OERL 8.12 0.00%) am Dienstag mitteilte. Ihre Wahl ist für die Generalversammlung vom 18. Mai in Luzern traktandiert.

Der 1948 geborene Tölsner verfügt über eine breite Erfahrung in der Industrie, arbeitete er doch für den Elektrotechnikkonzern ABB sowie die Schienenfahrzeug-Hersteller Adtranz und Bombardier. Bei letzterer war er operativer Leiter (COO) der Sparte Bombardier Transportation. Seit 2009 ist er Unternehmensberater.

Pegam hat Jahrgang 1962 und ist seit 2001 Chef von Epcos, einem des deutschen Spezialisten für elektronische Bauelemente, der früher zu Siemens gehörte. Vor Siemens arbeitete er auch für den Elektronikkonzern Philips.

Statt 2 nun 4 Unabhängige

Nach ihrer Wahl setzt sich der Verwaltungsrat von OC Oerlikon neu aus sieben Mitgliedern zusammen, von denen vier (neben den Tölsner und Pegam auch Kurt Hausheer und Hans Ziegler) als unabhängig gelten und drei (Vladimir Kuznetsov, Urs Meyer und Carl Stadelhofer) die derzeit grösste Aktionärin, Vekselbergs Renova-Gruppe, vertreten.

Die Aufgabe der Mehrheit im Verwaltungsrat ist eine Konzession des russischen Hauptaktionärs an die kreditgebenden Banken. An der Generalversammlung sollen die Aktionäre auch einem Kapitalschnitt samt anschliessender Kapitalerhöhung zur Sanierung des Konzerns zustimmen. Danach übernimmt Michael Buscher die operative Konzernführung von Sanierer Hans Ziegler.

Frisches Kapital

Oerlikon hatte 2009 über eine halbe Milliarde Franken Verlust erlitten und strich tausende Stellen. Gemäss dem in letzter Minute getroffenen Sanierungspaket kann sich der Konzern bis zu 1,3 Mrd. Fr. neues Kapital beschaffen. Dies wird benötigt, um die rund 1,7 Mrd. Fr. schwere Schuldenlast um bis zu drei Viertel abzubauen. (cpm/sda)

Erstellt: 04.05.2010, 08:42 Uhr

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