Valiant will wieder expandieren

Die Valiant-Bank erklärt die ganze Schweiz zu ihrem Marktgebiet. In ihrem Stammgebiet und in angrenzenden Regionen will sie bis 2020 zehn Filialen eröffnen und 80 Mitarbeiter einstellen.

Trio mit Wachstumsdrang: Valiant-Präsident Jürg Bucher, Bankchef Markus Gygax und Finanzchef Ewald Burgener (v. l.) stellen ihre Pläne vor.

Trio mit Wachstumsdrang: Valiant-Präsident Jürg Bucher, Bankchef Markus Gygax und Finanzchef Ewald Burgener (v. l.) stellen ihre Pläne vor. Bild: Stefan Anderegg

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Während mehreren Jahren trat die Valiant-Bank an Ort und musste konsolidieren. Doch nun setzen Valiant-Präsident Jürg Bucher und Bankchef Markus Gygax auf Expansion. «Wir müssen uns aufmachen, schweizweit tätig zu sein», sagte Valiant-Präsident Jürg Bucher an der Bilanzmedienkonferenz vom Mittwoch.

Die Bank ist derzeit in elf Kantonen präsent. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in den Kantonen Bern, Aargau und Luzern. Über den digitalen Kanal will sie im ganzen Land Kunden ansprechen. In ein paar Wochen soll es möglich sein, dass ein Kunde per Videochat ein Konto eröffnen kann. Der Besuch in der Filiale zur Überprüfung der Identität wird so entfallen. Die Finanzmarktaufsicht hat diese Neuerung aber noch nicht genehmigt.

Zehn neue Filialen bis 2020

Im Vordergrund steht indes die Ausdehnung des Marktgebietes mit neuen Filialen. Bis 2020 will Valiant zehn zusätzliche Niederlassungen eröffnen und zudem neue 80 Stellen schaffen. Im Vordergrund steht der Raum zwischen Luzern und Basel sowie der Kanton Solothurn und die Hauptachse im Kanton Aargau.

Auch in der Romandie sieht ­Valiant-Chef Markus Gygax Wachstumspotenzial. Dort seien die Margen im Bankgeschäft traditionellerweise höher als in der Deutschschweiz, betont er. In einem zweiten Schritt ortet die Valiant-Spitze auch im Kanton Zürich und in der Nordostschweiz Wachstumschancen.

Neue Filialen will Valiant vorwiegend in regionalen Zentren eröffnen. Filialen in den Grossstädten sind dagegen nicht geplant. Zu den konkreten Stand­orten der neuen Niederlassungen wollten die Valiant-Vertreter noch keine Angaben machen. Fest steht derzeit einzig, dass die Valiant-Bank in ­Baden eine vergrösserte Filiale an einem besseren Standort eröffnen wird. Als Beispiele für interessante Standorte nannte Gygax Kleinstädte wie Muttenz, Pratteln, Morges und Vevey.

Valiant-Chef Markus Gygax betont zudem, dass die Bank kostengünstige Filialen errichten werde. Für den Start schweben ihm Niederlassungen mit zwei Mitarbeitern und einem Bancomaten vor. Um die Sicherheitskosten zu senken, wird Bargeld wohl nur am Automaten zu beziehen sein. Laut Gygax dürfen die Investitionskosten für eine neue ­Filiale drei Millionen Franken nicht übersteigen.

Interesse für Zukäufe

Zudem ist die Bank wieder offen für Übernahmen. «Wir werden entsprechende Opportunitäten prüfen», sagt Valiant-Präsident Jürg Bucher. Die Bank wolle zu den Gewinnern der anstehenden Konsolidierungswelle in der Bankbranche gehören. Laut Experten wird die zunehmende ­Regulierungsdichte dazu führen, dass sich kleinere Banken die Frage stellen werden, ob sie über genügend Know-how verfügen, um all die Vorschriften zu er­füllen.

Die Bankspitze betonte aber, dass eine allfällige Übernahme die Eigenkapitalquote der Bank nicht negativ beeinflussen dürfe. Hier zieht die Bank die Lehren aus der schnellen Expansion im vergangenen Jahrzehnt: Unter der Führung des ehemaligen Valiant-Chefs und Präsidenten Kurt Streit hatte die Bank innerhalb von wenigen Jahren zahlreiche Regionalbanken übernommen. Doch am Ende stand sie mit einer zu dünnen Eigenkapitaldecke da. Für die heutige Valiant-Spitze ist indes eine äusserst solide Eigenkapitalquote sakrosankt. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 17.02.2016, 21:11 Uhr)

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Gewinnziel gesenkt

Bei der Berner Valiant-Bank scheint sich der von Verwaltungsratspräsident Jürg Bucher und Bankchef Markus Gygax eingeschlagene Kurs auszuzahlen. Der Gewinn im Jahr 2015 stieg um 21 Prozent und erreichte 114,4 Millionen Franken.

Dies auch, weil die Führung auf die Kostenbremse trat. Die Bank baute im letzten Jahr 62 Stellen ab und zählte per Ende Geschäftsjahr 821 Vollzeitstellen. Der Abbau erfolgte überwiegend über die natürliche Fluktuation.

Das für die Bank zentrale Zinsergebnis erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 287,8 Millionen Franken. Vor allem, weil die Bank den Sparern tiefere Zinssätze bezahlte.

Allerdings hat das Zinsumfeld auch für die Valiant negative Folgen: Valiant-Präsident Jürg Bucher hatte im Jahr 2013 ein Gewinnziel von 150 Millionen Franken für das Geschäftsjahr 2017 formuliert. Jetzt hat der Verwaltungsrat dieses Ziel um 20 bis 30 Millionen Franken nach unten korrigiert, weil sich das Marktumfeld mit den Negativzinsen verschlechtert habe.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine Dividendenerhöhung um 40 Rappen auf 3.60 Franken pro Aktie.

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