«Unsicherheit ist der Todfeind des Detailhandels»
Aktualisiert am 10.01.2012 23 Kommentare
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Glaubt, dass 2011 rund 5 Milliarden Franken über den Einkaufstourismus ins Ausland geflossen sind: Der CS-Chefökonom Martin Neff. (Archivbild) (Bild: Keystone )
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Nach dem Rückschlag im Jahr 2011 sind auch im laufenden Jahr die Aussichten für den Schweizer Detailhandel wenig rosig. Die Ökonomen der Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) rechnen mit einem leichten Rückgang der Umsätze. Weiterhin machen der Branche der starke Franken und der Preiszerfall zu schaffen.
2011 dürften schätzungsweise 4 Milliarden bis 5 Milliarden Franken über den Einkaufstourismus ins Ausland geflossen sein. «Die 5 Milliarden Franken scheinen mir wahrscheinlicher. Wenn das Wachstum dümpelt, sind das genau die Summen, die weh tun», sagte CS-Chefökonom Martin Neff heute vor den Medien in Zürich.
Damit ist der Detailhandelsumsatz unter die Grenze von 100 Milliarden Franken gerutscht. 2011 habe die Branche 97,8 Milliarden Franken umgesetzt, sagte Neff.
Preiskampf hinterlässt Spuren
Neben dem Einkaufstourismus hat der heftige Preiskampf Spuren in den Kassen hinterlassen. Nominal dürften die Umsätze im Schweizer Detailhandel im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent geschrumpft sein, schätzt die CS: «Ohne die Verschärfung der Frankenstärke, die den Preiszerfall und den Einkaufstourismus beflügelte, würde die Branche vermutlich auf einen sehr befriedigenden Geschäftsgang 2011 zurückblicken.»
Als Stütze habe sich erneut die Einwanderung erwiesen. Rund 75'000 neue Einwohner deckten sich mit Konsumgütern ein, vom morgendlichen Gipfeli bis zum neuen Flachbild-TV. Ohne diese Zuwanderer wären die Detailhandelsumsätze gar um rund 2,5 Prozent geschrumpft, sagte Neff.
Fehlprognosen
Mit ihren Prognosen für das vergangene Jahr hatten sich die CS-Ökonomen allerdings erneut massiv verschätzt. Vor einem Jahr hatten sie für 2011 noch einen Anstieg der Detailhandelsumsätze von 1,5 Prozent vorhergesagt.
Als Erklärung nannte Neff die Frankenstärke: Die schubartige Aufwertung im Sommer habe massiv aufs Gemüt der Konsumenten geschlagen, sagte der CS-Chefökonom. Zudem sei wider Erwarten die Lösung der Schuldenkrise in Europa verschleppt worden. Diese habe auch in der Schweiz die Konsumentenstimmung gedrückt. Ein weiterer Faktor sei der Einkaufstourismus.
«Wir alle wurden von der Heftigkeit der Entwicklungen im Detailhandel überrascht. Da hat sich ein richtiges Gewitter über der gesamten Branche in der Schweiz entladen», sagte Martin Hotz vom Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz. Dieses hat im Oktober und November eine Umfrage unter 200 Verantwortlichen der Branche durchgeführt.
Auf die Frage an die Experten, wer Gewinner und wer Verlierer sei, sei oft die Antwort gewesen: «Die Frage war nur, wer ein nur schlechtes und wer ein katastrophales Jahr hatte», sagte Hotz.
Trübe Aussichten
Für 2012 sind die Aussichten auch nicht berauschend. Solange die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Euro-Krise anhalte und die Arbeitslosigkeit steige, werde die schwache Konsumentenstimmung die Detailhandelsumsätze belasten.
«Unsicherheit ist der Todfeind für den Detailhandel», sagte Neff. Die Leute würden dann abwarten mit Einkäufen. Zudem schlage die Arbeitslosigkeit aufs Gemüt. Positive Impulse liefere allerdings weiterhin die Zuwanderung. Insgesamt rechne die CS mit einem Umsatzrückgang von 0,5 Prozent für 2012, sagte Neff im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.
Aus der Umfrage von Fuhrer & Hotz geht hervor, dass 38 Prozent der Detailhändler mit stagnierenden oder weniger Umsätzen budgetieren würden. Gar die Hälfte erwartet bestenfalls gleich viel oder weniger Gewinn. (wid/sda)
Erstellt: 10.01.2012, 16:29 Uhr
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23 Kommentare
Seit Mitte/Ende 2010 kaufe ich grössere Mengen nur noch im Ausland ein, Fleisch in Frankreich, Windeln in Deutschland etcetc.
Nun Ende 2011 abgerechnet und verglichen: sage und schreibe 22% weniger Kosten!!
Vor allem Windeln und sonstige Produkte für Kinder sind hier in der CH MASSIV überteuert - zT bis 130%
Jeder ist sich seinem Portemonnaie selbst am nächsten :)
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Aha die neuen 75000 Einwohner kaufen TV und Gipfeli. Ok die Gipfeli mögen ja noch stimmen aber ob jeder neue Einwanderer grössere Anschaffungen in der Schweiz tätigt, da hab ich meine Zweifel. Viele bringen ihren Hausrat mit. Lieber Journalist haben Sie jeden Neuling gefragt was er neu gekauft hat und wo? Ihre Aussage ist reine spekulation, bzw Ableitung einer möglichen Statistik. Antworten
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