US-Autobauer müssen sich zuerst selber helfen
Von staatlicher Milliardenhilfe abhängig: Autokonzern Chrysler. (Bild: Keystone)
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Im ersten Anlauf auf die 25 Mrd. Dollar Staatshilfen sind die Chefs der drei grossen US-Autokonzerne auf die Nase gefallen. Nun verlangt der Kongress die Kehrtwende: GM, Ford, und Chrysler müssen zeigen, dass ihre Firmen zukunftsfähig sind. «Wir können nur helfen, wenn die Hersteller bereit sind, sich selbst zu helfen», formuliert der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, die Erwartungen an Rick Wagoner (General Motors), Alan Mulally (Ford) und Bob Nardelli (Chrysler).
Zur Selbsthilfe haben die Konzernlenker bis zum 2. Dezember Zeit. In der Woche vor dem 8. Dezember könnte ihnen der von den Demokraten beherrschte Kongress die dringend benötigte Finanzspritze bewilligen. GM hat einen Bedarf von zehn bis zwölf Mrd. Dollar angemeldet, Ford und Chrysler wollen je sieben Mrd. Dollar.
Hohe Lohnkosten, falsche Modelle
In den USA hängen an die zwei Millionen Arbeitsplätze an der kriselnden Automobilindustrie. Experten machen für die Krise in der US-Schlüsselindustrie vor allem zu hohe Lohnkosten und eine verfehlte Modellpolitik verantwortlich.
Die Konzernchefs - die wegen der Anreise in firmeneigenen Jets statt in billigeren Linienmaschinen bei den Abgeordneten unangenehm aufgefallen waren - wollen liefern. «Wir haben einen grossen Plan», liess Ford wissen. Ähnliche Töne kamen von GM und Chrysler.
Investitionen kleinere Fahrzeuge
Wie die Vorschläge aussehen könnten, liessen Wagoner, Mulally und Nardelli während der Anhörung vor diversen Parlamentsausschüssen durchblicken: Sie wollen die staatlichen Mittel in die Entwicklung weniger Sprit schluckender Fahrzeuge wie Hybrid- und Elektroautos stecken. Zudem versprachen sie, das Geld aus Washington nur im Inland zu einzusetzen.
Schon Anfang des Jahres hatten die grossen Drei aus Detroit Umstrukturierungspläne beschlossen, die in den vergangenen Wochen wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise fortgeschrieben wurden. So sollen Investitionen gekürzt und die Arbeitskosten weiter gesenkt werden.
Des Weiteren sind zeitliche Streckungen bei einigen Fahrzeugprojekten und das Zurückfahren der Produktion in einigen Fabriken geplant. Mit dem mit der Automobil-Arbeitergewerkschaft geschlossenen Vertrag und weiteren Produktivitätssteigerungen könnten die Unternehmen Autos und Lastwagen in den USA bauen, sagte Mullaly. «Das schaffen wir jetzt profitabel.»
Verdeckte Karten
Zu seinen Erwartungen an die Autobauer hält sich der Kongress bedeckt. Einige Politiker seien an einem wohlvorbereiteten Konkurs interessiert, sagt etwa Christopher Dodd, der Vorsitzende des Senatsausschusses für Banken.
Denn wenn die Firmen Gläubigerschutz beantragten, so das Kalkül, müssten die Verträge mit Gewerkschaften, Zulieferern und Banken grundlegend neu verhandelt werden. Dagegen schloss die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, einen Konkurs als Option aus. (vin/sda)
Erstellt: 21.11.2008, 15:51 Uhr
Wirtschaft
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